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wäre, sondern weil man nur nach dem Ganzen urteilen und nur durch dasGanze wirken kann. Es ist unmöglich, den Staat Tag für Tag zu retten.
Ich verspreche dem Könige Treue, Eifer, Tätigkeit, Energie undeinen Mut, wovon man vielleicht weit entfernt ist, einen Begriff zu haben,kurz, ich verspreche ihm alles, ausgenommen den Erfolg, der nie voneinem einzigen abhängt und den nur sehr verwegener und sträflicherÜbermut in dieser furchtbaren Krankheit, die den Staat untergräbt undsein Haupt bedroht, verbürgen könnte. Ein seltsamer Mensch müßte der-jenige sein, der dem Ruhme, beide zu retten, gleichgültig oder untreuwäre, und ich bin dieser Mensch nicht.
10. Das Fest auf dem Marsfeld, 14. Juli 1790.
«Königl. privilegierte Berlinische Zeitung. Von Staats- undgelehrten Sachen» (sog. «Vossische Zeitung»), 1790, Nr. 79, 86, 89. NachEberhard Büchner, Das Neueste von gestern, kulturgeschichtlich interes-sante Dokumente aus alten deutschen Zeitungen, Bd. IV, [1913], P. 145 ff. Ur-sprüngliche Schreibweise.
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Paris, den 16. Jun. Die Anstalten zu dem großen Nationalfesteam 14 ten Jul. sind außerordentlich. Alle Plätze der Hauptstadt werdenmit Bäumen bepflanzt, unter deren Schatten das Volk speisen und nach-her tanzen soll. Der große Altar, der auf dem Marsfelde errichtet wird,soll von einem Orchester von wenigsten 1000 Tonkünstlern umgebenseyn. Die Eidesablegung selbst wird durch eine Salve aus 100 Kanonenangekündigt, welche während der ganzen Ceremonie alle 15 Minutenaufs neue feuern sollen. Zur Rechten des Altars wird der Thron fürden König und die Königin errichtet, und dem Könige zur Seite wirdder Präsident der Nationalversammlung Platz nehmen, sämtliche National-Deputirte aber werden den Thron umgeben. Der König läßt sich eineprächtige National-Uniform dazu machen, und die Stadt Paris läßt eben-falls drei sehr kostbare National-Uniformen verfertigen, deren eine siedem Könige, die zweite dem Dauphin und die dritte Monsieur 1 schenkenwird. Man baut auf dem Marsfelde auch eine Bastille aus Holz, die dasVolk den I4 ten Jul. unter den Augen des Königs, zum Andenken andie Eroberung der wahren Bastille, stürmen und erobern soll.
Aus einem Privatbriefe aus Paris, den 9. Jul. Auf dem Mars-felde macht man die sonderbarsten Anstalten zu der Feierlichkeit am14. Jul., die jedermann mit Zittern erwartet. Unter andern hat man aufdieser Ebene ein Amphitheater von Erde aufgeführt, worauf Hundert-tausende Platz haben sollen. Jemand hat darüber gesagt: dies scheineihm die Erfindung eines geschickten Todtengräbers, der ganz gemäch-lich und auf einmal das Französische Reich begraben wolle. Aus dennähern und entfernteren Gegenden des Königreiches werden mehr als400 000 fremde Zuschauer hierher kommen; ttnd wo sind nun die Magazine
Bezeichnung für den ältesten Bruder des Königs.