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gereicht. Eine Kollation, die der König zu la Muette hatte veranstaltenlassen t, ward wenig besucht, weil jedermann ganz durchnäßt war undtrockne Wäsche anlegen wollte. Abends war die ganze Hauptstadterleuchtet, und nun war die Notli, die man den Tag über ausgestandenhatte, vergessen. Fast alle Damen haben das Marsfeld ohne eine Spurvon Kopfputz verlassen. Vielen waren die Schuhe in den Koth steckengeblieben, und ihre Kleider glichen zerfetzten Fahnen.
Gestern war ganz Paris abermals erleuchtet. An der Statiie Heinrichs IV.hatte man eine große Nationalkokarde von schön erleuchteten Transparentsangebracht. Auf dem Champ de Mars und der place la Greve ward ge-tanzt. Im Palais-Royal war man nicht so vergnügt; viele unruhige Köpfebehaupteten nehmlich: man müsse die ganze Ceremonie so ansehen, alssey sie gar nicht vor sich gegangen; denn der König hätte seinen Eidnicht auf dem Thron, sondern vor dem Altar ablegen sollen.
11. Aus einer Sitzung des Jakobinerklubs, 28. Februar 1791.
[K. E. Oelsner,] Luzifer oder gereinigte Beiträge zur Geschichte derFranzösischen Revolution. Teil I, 1797, S. 162 ff. Vgl. Alfred Stern, DasLeben Mirabeaus, Bd. II, 1889, S. 284 f. und S. 316 ff. Ursprüngliche Schreibweisemit einigen orthographischen Änderungen.
Der aus Schlesien stammende Publizist Oelsner, 1764—1828, schildert inseinem Werke die Revolution, wie er sie als Augenzeuge kennengelernt hatte.
Mirabeau, der schon mit den Führern der Klubisten zerfallen war, erschienpersönlich im Jakobinerklub. Sein Bestreben, die Masse von den Führern zutrennen «und sie auf diese Weise unschädlich zu machen», führte, ohne zumZiel zu gelangen, zu einer heftigen Debatte.
Da ich die Jakobiner jetzt ziemlich kenne und weiß, wie wenigtolerant man gegen alles ist, was wider die dominierende Meinung läuft,so konnte ich vermuten, daß es Auftritte setzen würde. Mirabeau hatteden Häuptern der Meinung mehr als einen schlimmen Streich gespielt. . . .
Das Projekt, den Emigranten, wenn sie nicht binnen einer gewissenZeit zurückkehrten, nur den Genuß des achten Teils ihres Eigentums zulassen, mußte den Groupisten ebensogut wie das Ackergesetz den römi-schen Sackträgern gefallen 1 2 und der Popularität die Krone aufsetzen.Aiguillon und die Gracchen Lameth 3 hatten es durch ihre Emissarien
1 Gemeint ist das Föderationsbankett im Chäteau de la Muette.
2 Anspielung auf die volkstümlichen römischen Ackergesetze. '
3 Aiguillon, 1750—1800, und die Brüder Lameth (CharIes-Malo-Fran§ois,1757—1832, und Alexandre-Theodore-Victor, 1760—1829), alle drei von adeligerHerkunft, waren zunächst eifrige Parteigänger der Revolution, machten aberderen Wendung zum Radikalismus nicht mit und zogen sich später von denJakobinern zurück.