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geschlagen. «In wessen Namen ?» fragte Robespierre. «Im Namen desKonvents.» meinte Couthon; «ist er nicht dort, wo wir sind? Die übrigensind nur ein Haufen Faktiöser, den die bewaffnete Macht zu Paarentreiben wird.» «Nach meiner Meinung», sagte Robespierre nach langemNachdenken, «muß man im Namen des Volkes schreiben.» Er glaubte,das Wort, welches auf der Tribüne immer seine Wirkung getan, ihmErfolge und Macht verschafft hatte, werde sich auch jetzt bewähren undihm zum Siege helfen. So hatte Robespierre den Vorschlag, zum Konventzu marschieren und ihn aufzulösen, verworfen. Diese Unschlüssigkeitteilte sich seiner Umgebung mit und machte sie verzagt. Davon suchteich Nutzen zu ziehen. Ich ließ verbreiten, daß ich eine bedeutendeTruppenmacht zusammengezogen. Ich hatte nahezu 4000 Mann zur Ver-fügung. Ich wünschte einen Kampf zu vermeiden, mehr noch die Not-wendigkeit, das Hotel de Ville beschießen zu müssen. Als die Ausschüsseden Kampfplatz von den Tuilerien nach dem Greveplatz verlegt sahen,erholten sie sich von ihrem Schrecken und waren wieder ganz so wievorher. «Alle müssen mit Feuer und Schwert vertilgt,» meinten sie, «alleRebellen müssen zusammenkartätscht werden.» Zum Glück ließen sie sichüberzeugen, es sei nicht nötig für unsere Sicherheit, im schlimmstenFalle stehe dem Konvent der Rückzug nach Meudon offen.
Meine Vorbereitungen machten einen solchen Eindruck, daß miräußerste Maßregeln erspart blieben. Die Verschworenen waren ein-geschiichtert. Das Beispiel einiger Abtrünniger wirkte ansteckend. VonZeit zu Zeit sandte ich beruhigende Berichte an den Konvent. Meinekleine Armee mit den wenigen Kanonen behauptete das Feld un-bestritten. Ich begab mich in das Hötel de Ville; Merlin de Thionvillewar schon dort. Robespierre hatte sich mit einer der beiden Pistolen vonLe Bas die Kinnlade zerschmettert 1 , Le Bas sich mit der andern er-schossen. Couthon war unter einem Tisch versteckt, Robespierre in einemkleinen Zimmer, an dessen Türe Le Bas lag. Saint-Just pflegte Robespierre.Henriot steckte in einem Abort. Ich konnte den Anblick nicht ertragenund ging weg, ließ aber Robespierre nach dem Saale des Wohlfahrts-ausschusses bringen und dort auf einem Tische niederlegen. Wundärzteuntersuchten und verbanden ihn; nach ihrem Berichte rührte die Wundevon einem Selbstmordversuch her. Zähne Robespierres, die während desVerbandes herausgefallen waren, lagen auf dem Tisch; ein Kanonier,der zufällig im Dienste anwesend war, nahm die Zähne zu sich und riefihm dabei zu: «Ha, Verbrecher, ich bewahre sie als Andenken an meinenAbscheu!» Es wurde fnir berichtet, Robespierre habe mehrmals eineFeder zum Schreiben verlangt, da er nicht mehr sprechen konnte, undsie sei ihm vom Ausschuss verweigert worden. Ob es wahr ist, weiß ichnicht. Ich hätte sie ihm gewiß nicht verweigert. Vielleicht hätte manauf diese Weise noch etwas erfahren, was man nicht wußte, nicht wissensollte. Der Verlauf der Begebenheiten wie Robespierres Papiere lassen
1 Ob Robespierre wirklich einen Selbstmordversuch unternahm oder ob ermeuchlings g'etroffen wurde, ist nicht abgeklärt. Barras bemühte sich mit denübrigen Thermidorianern, den Gestürzten in möglichst schlechtes Licht zu stellen.