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Vierter Teil.
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verbrannten, indem wir das Gesicht vor der unerträglichen Hitze zuschützen suchten und die züngelnden Flammen abwehrten, die jeden Augen-blick unsere Kleider ergriffen und sie in Asche zu verwandeln drohten.

In dieser unbeschreiblichen Not, wo rasche Flucht uns als das einzigeEettungsmittel erschien, machte unser bestürzter und unzuverlässigerFührer plötzlich halt. Hier würde unser abenteuerliches Leben vielleichtsein Ziel gefunden haben, wenn nicht Plünderer des ersten Korps denKaiser mitten in diesen Fiaminenwolken erkannt hätten; sie eilten herbeiund geleiteten ihn zu den rauchenden Trümmern eines seit dem Morgenschon in Asche gelegten Stadtviertels. Um diesem weiten Schreckens-gefllde zu entgehen, muhte er noch einem langen Zuge von Pulverwagenvoraneilen, der sich mitten durch dieses Flammenmeer wand. Es warfreilich nicht die geringste, aber doch die letzte Gefahr, die er zubestehen hatte, denn man kam bei einbrechender Naciit glücklich inPetrowski an.

44. Auf dein Rückzug aus Rußland, November Dezember

1812.

C. von Martens, Vor fünfzig Jahren, Tagebuch meines Feldzuges iuRußland 1812, 1862, S. 184 ff. Stark gekürzt. — Vgl. das Kärtchen im Putz-gerschen Atlas.

Christian Septimus von Martens, 1793—1882, trat 1811 in württembergischeDienste und machte den Feldzug von 1812 als Leutnant mit. Später nahm erauch an den Befreiungskriegen teil, wurde Oberleutnant und rückte schließlichin der darauffolgenden Friedenszeit bis zum Oberstleutnant vor.

6. November. Der Grund zu den folgenden namenlosen Leidenwurde an diesem Tage von der Natur gelegt. Die Witterung nahm einefurchtbare Wendung, der Himmel verfinsterte sich, schwere Wolkensenkten sich tief herab, und der bisherige Regen ging in anhaltendesSchneegestöber über. Große Scharen von Krähen flogen mit dem Sturmdaher; auch dieses luftige Gesindel schien über das Unrecht, welcheswir dem russischen Volke zugefügt haben, empört zu sein; es erwartetenur den Augenblick, auf die Leichname herfallen zu können. Bald nachdem Aufbruch des frühen Morgens gelangten wir mit dem Krankenfuhr-werk durch das zerstörte Städtchen Dorogobuscli, woselbst die Leichender früher Dahingeschiedenen bereits eingeschneit waren; eine Notbrückebrachte uns über den Dniepr; gegen Abend fuhr die Wagenburg beimDorfe Pnewa auf. In welchem Zustande sich aber die unglücklichenVerwundeten hier befanden, vermag ich kaum zu schildern; da lagensie gleich eingeschneiten Toten auf den russischen Wägelchen; mehrerewurden, als völlig tot befunden, in den Schnee heruntergeworfen, dernun ihr Grab wurde. Wir suchten für diese Nacht unsere Zuflucht unterden Wagen. Bereits am ersten Schneetag sanken Hunderte vor Ermattungnieder und standen nicht mehr auf; sterbend wandte sich ihr Blick hilfe-flehend zu den Vorüberziehenden ; dann hüllte Nacht ihr Auge ein, und