Band 
Vierter Teil.
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0. Dezember. Sonntag. . . . Die grimmige Kälte liatte heute wohlden höchsten Grad erreicht. . . . Bei diesem Grad von Kälte waren auchdie Operationen der Russen gelähmt. Die Kosaken bedurften des Nachtseines schützenden Obdaches, welcher Umstand uns vor nächtlicher Ver-folgung und Überrumplung schützte.

8. Dezember. Endlich brach der Tag an, an dem wir das ersehnteWilna erreichen sollten, und wiewohl diese Stadt nur noch einige Stundenvon uns entfernt war, so hatten wir noch namenloses Elend auf dieserkleinen Strecke zu bestehen. Die ziemlich unebene Straße war sehr mitGlatteis überzogen, daher das Gehen höchst beschwerlich. . . . Ich fielauf dem Glatteis öfters hin und blutete an beiden Knien. . . . Um nichtvon den Letzten zu sein, benützte ich die Lücke, welche einige Geschützein dieser Menschenmasse verursachten, und zwischen denselben fortlau-fend, gelangte ich zum engen Tore hinein, sah aber dabei mit Entsetzen,wie ein Offizier von einer Kanonenachse erfaßt und unter dem Bogen soerdrückt wurde, daß ihm das Gedärme aus dem Leibe hing. . . . Ich eilteunserm Spitale zu, wie ich es in Smolensk getan hatte, um ein sicheresUnterkommen und womöglich Pflege zu finden. Nebst 600 Kranken undverwundeten Unteroffizieren nnd Soldaten fand ich auch daselbst mehrerewürttembergische Offiziere, die zwei Zimmer dieses großen Gebäudes be-wohnten. Bald wurde aber der uns angewiesene Raum zu enge, und vielevon uns verfügten sich in das deutsche Lichtensteinsche Kaffeehaus, wo-selbst Juden Lebensmittel aller Art feilhatten. . . . Ein jeder, der sichin diesem Spital befand, wird mir bezeugen, daß es hier, wiewohl inbehaglich warmen Stuben untergebracht und mit der nötigsten Nahrungversehen, dennoch schauerlich zuging. Ich konnte noch zufrieden seinund dem lieben Gott danken, in nicht schlimmerem Znstande Wilna er-reicht zu haben; denn ich hatte nebst den aufgefallenen Knien nur dieNasenspitze und einige Zehen erfroren.

45. Fluchtlied, 1812.

Ludwig Erk und Franz M. Böhme, Deutscher Liederhort, Auswahlder vorzüglicheren deutschen Volkslieder nach Wort und Weise aus der Vor-zeit und Gegenwart, Bd. II, 1893, S. 158.

Als Verfasser des Liedes gilt der Gymnasiast Ferdinand August inBerlin, später Gymnasialdirektor daselbst.

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Mit Mann und Roß und Wagen,

So hat sie Gott geschlagen.

Es irrt durch Schnee und Wald umherDas große mächt’ge Kaiserheer.

Der Kaiser auf der Flucht,

Soldaten ohne Zucht.

Mit Mann und Roß und Wagen,

So hat sie Gott geschlagen.