Band 
Vierter Teil.
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Die aber, die Sie — leider meinen, verunehrt überschwenglich mit ihremLudergeruch der Revolution von 1848, der albernsten, dümmsten, schlech-testen —, wenn auch, gottlob, nicht bösesten dieses Jahrhunderts. Einensolchen imaginären Reif, aus Dreck und Letten gebacken, soll ein legi-timer König von Gottes Gnaden und nun gar der König von Preußensich geben lassen, der den Segen hat, wenn auch nicht die älteste, dochdie edelste Krone, die niemand gestohlen worden ist, zu tragen? . . .

Ich sage es Ihnen rund heraus: Soll die tausendjährige Kronedeutscher Nation, die 42 Jahre geruht hat, wieder einmal vergeben wer-den, so bin ich es und meinesgleichen, die sie vergeben werden. Undwehe dem, der sich anmaßt, was ihm nicht zukommt!

B. Antwort des Königs an Simson, 3. April 1849.

«Reden und Trinksprüche Seiner II aj es tat Friedrich Wilhelmdes Vierten, Königes von Preußen», 1855, S. 105 f.

Eine Deputation der Frankfurter Nationalversammlung, bestehend aus32 Mitgliedern unter Führung des Vorsitzenden, Eduard Simsons aus Königs-berg, trug dem König die erbliche Würde eines Kaisers der Deutschen an-Die Antwort Friedrich Wilhelms IV. lautete:

*

Meine Herren! Die Botschaft als deren Träger Sie zu Mir ge-kommen sind, hat Mich tief ergriffen; sie hat Meinen Blick auf denKönig der Könige gelenkt und auf die heiligen und unantastbaren Pflichten,welche Mir als dem Könige Meines Volkes und als einem der mächtigstendeutschen Fürsten obliegen. Solch ein Blick, Meine Herren, macht dasAuge klar und das Herz gewiß. — In dem Beschlüsse der deutschenNationalversammlung, W'elchen Sie, Meine Herren, Mir überbringen, er-kenne Ich die Stimme der Vertreter (Jes deutschen Volkes. Dieser Rufgibt Mir ein Anrecht, dessen Wert Ich zu schätzen weiß. Er fordert,wenn Ich ihm folge, unermeßliche Opfer von Mir. Er legt Mir dieschwersten Pflichten auf. Die deutsche Nationalversammlung hat aufMich vor allen gezählt, wo es gilt, Deutschlands Einheit und Kraft zugründen. Ich ehre ihr Vertrauen, sprechen Sie ihr Meinen Dank dafüraus. Ich bin bereit, durch die Tat zu beweisen, daß die Männer sichnicht geirrt haben, welche ihre Zuversicht auf Meine Hingebung, aufMeine Treue, auf meine Liebe zum gemeinsamen Vaterland stützen.

Aber, Meine Herren, Ich würde Ihr Vertrauen nicht rechtfertigen,Ich würde dem Sinne des deutschen Volkes nicht entsprechen, Ich würdeDeutschlands Einheit nicht aufrichten, wollte Ich mit Verletzung heiligerRechte und Meiner früheren ausdrücklichen und feierlichen Versiche-rungen, ohne das freie Einverständnis der gekrönten Häupter, der Fürstenund der freien Städte Deutschlands, eine Entschließung fassen, welchefür sie und für die von ihnen regierten deutschen Stämme die entschei-dendsten Folgen haben muß. — An den Regierungen der einzelnen deut-schen Staaten wird es daher jetzt sein, in gemeinsamer Beratung zuprüfen, ob die Verfassung dem Einzelnen wie dem Ganzen frommt, ob dieMir zugedachten Rechte Mich in den Stand setzen würden, mit starker