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Vierter Teil.
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V. Das Zeitalter des zweiten Kaiserreichsund der nationalen Einigungen.

89. Zur Errichtung des zweiten Kaiserreichs, 1851/52.

OEuvres de Napoleon III, Bd. III, 1856, S. 271 ff, 312 ff. Gekürzt.

A. Proklamation des Präsidenten der Republik an das Volk,

2. Dezember 1851.

Franzosen! Die gegenwärtige Lage ist nicht länger haltbar. Mit jedemTag, der verstreicht, erhöht sich die Gefahr für das Land. Die National-versammlung, die die stärkste Stütze der Ordnung sein sollte, ist einHerd geheimer Anschläge geworden. Die Vaterlandsliebe von 300 ihrerMitglieder hat diese verhängnisvollen Bestrebungen nicht zu hemmen ver-mocht. Statt Gesetze zum allgemeinen Wohl zu erlassen, schmiedet sieWaffen für den Bürgerkrieg, sie trachtet nach der Macht, die icli un-mittelbar durch das Volk besitze, sie fördert alle schlechten Leiden-schaften, sie setzt die Ruhe Frankreichs aufs Spiel: ich habe sie auf-gelöst und mache das ganze Volk zum Richter zwischen ihr und mir. . . .

Gegen Herausforderungen, Beleidigungen, Verleumdungen bin ichunempfindlich geblieben. Aber heute . . . , wo Leute, die schon zweiMonarchien gestürzt haben, mir die Hände binden wollen, um damit dieRepublik zu stürzen, ist es meine Pflicht, ihre arglistigen Pläne zu ver-eiteln, die Republik aufrechtzuerhalten und das Land zu retten, indemich das feierliche Urteil des einzigen Herrn, den ich in Frankreich an-erkenne, des Volkes, anrufe.

Ich berufe mich daher offenherzig auf die ganze Nation und sageEuch: Wenn Ihr diesen Zustand des Siechtums, der uns entwürdigt undunsre Zukunft gefährdet, dauern lassen wollt, so wählt einen andern anmeinen Platz; denn ich will nichts mehr wissen von einer Macht, dieunfähig ist, das Gute zu tun, die mich verantwortlich macht für Hand-lungen, die ich nicht hindern kann, und mich ans Steuer bindet, währendich das Schiff dem Abgrund zutreiben sehe. Habt Ihr dagegen noch Ver-trauen zu mir, so gebt mir auch die Mittel zur Ausführung der großenSendung, mit der Ihr mich betraut habt. Diese Aufgabe besteht darin,das Zeitalter der Revolutionen zu schließen, indem die gerechten Be-dürfnisse des Volkes befriedigt und gegen die umstürzlerischen Leiden-schaften geschützt werden. Sie besteht namentlich in der Schaffung von Ein-richtungen, die die Menschen überleben und endlich Grundlagen sein sollen,auf denen sich etwas Dauerndes errichten läßt.

Überzeugt, daß die Wandelbarkeit der Macht, daß das Übergewicht einereinzigen Kammer beständige Ursachen von Unruhe und Zwietracht sind,unterbreite ich Eurer Entscheidung folgende Grundzüge einer Verfassung,die die Kammern später entwickeln werden: 1. Ein verantwortliches, aufzehn Jahre ernanntes Staatsoberhaupt, 2. Minister, die ausschließlichvon der vollziehenden Gewalt abhängig sind, 3. Ein Staatsrat, gebildet