Buch 
Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
Entstehung
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Um 10. August 1888, ein halbes Jahr nach der Feier seines acht-zigsten Geburtstags, ist der Verfasser der jetzt in zwanzigster Auslage vor-liegenden „Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung", in Heidelberg, woer nahezu fünfzig Jahre als Lehrer und Schriftsteller gewirkt, nach kurzenLeiden verstorben. Er hatte noch die Vorbereitung dieser neuen Auflageerlebt, ebenso wie er der herannahenden Vollendung der zweiten Auslageseines großen Werkes: „Allgemeine Weltgeschichte" noch mit lebhaftestereigener Teilnahme und freudiger Genugthuung über die andauernden Er-folge seiner Schriften entgegensehen konnte. Der Unterzeichnete, der seinemVater schon seit langen Jahren bei dessen Studien und Arbeiten zur Handgegangen, hat es übernommen, im Geist und Sinn des jetzt Verewigtendie neuen Auflagen durchzusehen, Nachträge und Fortsetzungen hinzuzufügenund die Bücher nach besten Kräften mit den fortschreitenden Anforderungender Zeit in Einklang zu halten.

An seinen schriftstellerischen Arbeiten hing zeitlebens Georg Webersganzes Herz, und ein guter Teil der geistigen Frische, die er sich bis insein hohes Greisenalter hinein bewahrte, entsprang dem stets lebendigenInteresse, welches er der Durchsicht, Verbesserung und Fortführung seinerBücher zuwandte. Bis in die letzten Wochen seines Lebens nahm er vonneueren Erscheinungen auf dem Gebiete der historischen Litteratur Kenntnis,um deren Ergebnisse zu verwerten. Die Rastlosigkeit seines Arbeitsdrangs,der Reichtum seiner Schöpferkraft, auch noch in Zeiten, da andere längstmüde sind und die wohlverdiente Ruhe suchen, war allen, die ihn kannten,ein steter Gegenstand der Bewunderung und Verehrung.

Es war ein überaus reiches, glückliches, innerlich harmonisches, mitsich selbst und seinem Streben und Leisten mit Recht befriedigtes Dasein,welches seine Laufbahn vollendet hatte. Er hat es selbst anziehend undergreifend beschrieben, wie er sich aus dürftigsten Verhältnissen mit seltenerThatkraft und unermüdlichem Streben emporgearbeitet hatte zu einemäußerlich angesehenen und innerlich befriedigten, weil nützlichen und frucht-bringenden Dasein. Aus seinem „Leben und Bildungsgang" haben garviele tüchtige und ernst strebende Jünglinge Mut und Kraft zur Näch-eiferung gewonnen.

Es war ihm noch in seinen letzten Lebenswochen ein oft geäußerterTrost, daß er die Überzeugung hatte, seine Bücher würden auch nachseinem Tod noch ihren Platz behaupten, den sie sich durch ihr ernstesStreben unter den Bildungs- und Erziehungsmitteln des deutschen Volkeserrungen, die Früchte eines langen arbeits- und erfolgreichen Lebens wür-den noch eine gute Weile nachwirken, auch nachdem der treue Arbeiter von