Ginleilung.
1. Die ersten Menschen.
H. 1. Nachdem Gott im Anfang Himmel und Erde geschaffen, fo lautetder Bericht im ersten Buch Mosis, den Himmel mit Sonne, Mond und Ster-nen geschmückt, die Erde mit Pflanzen bekleidet und mit Tieren belebt hatte,schuf er nach seinem Bilde den Menschen, die Krone der Schöpfung, und be-stimmte ihn durch Verleihung der Vernunft und Sprachfähigkeit zum Herrndes Erdbodens. Rein und kräftig an Leib und Seele, erzählt uns die heiligeSchrift weiter, ging das erste Menschenpaar aus der Hand des Schöpfers her-vor und lebte in Unschuld und Kindlichkeit an dem ursprünglichen Wohnorte,dem Paradiese, bis es, verführt von der Schlange, dem Versucher, von demverbotenen Baum der Erkenntnis kostete und durch diese Übertretung des gött-lichen Gebotes der unbewußten Schuldlosigkeit und des paradiesischen Zu-standes verlustig ging. — Nunmehr mußten Adam „der Mensch" und Evaund alle ihre Nachkommen unter Mühe und Arbeit ihr Leben zubringen undim Schweiße ihres Angesichts ihr Brot essen. Es erwachten die Leidenschaftenund bösen Begierden und störten das friedliche Zusammenleben; die ungestümenTriebe einer wilden, ungebändigten Natur stürzten die jungen Geschlechter im-mer tiefer in die Verirrungen der Sünde und des Lasters, bis zuletzt eine großeWasserflut, Sündflut (Sintflut) genannt, alle Menschen von der Erde ver-tilgte, bis auf Noah und seine Familie, die sich mit vielen Tieren in einerArche retteten, bis dre Wasser verlaufen waren. — Noahs Nachkommenschaft,lehrt die biblische Überlieferung weiter, mehrte sich indessen bald wieder sosehr, daß die jüngeren Geschlechter, deren Ursprung man von den drei Söhnendesselben, Sem, Ham und Japhet herleitete, sich über die benachbarten Län-der verbreiten mußten, weil die Heimat sie nicht mehr zu fassen vermochte. Dakamen sie auf den Gedanken, den Turm von Babel zu bauen, dessen Spitzem den Himmel ragen und ihnen ein stetes Erkennungszeichen sein sollte. Diesesvermessene Beginnen vereitelte der Herr, indem er ihre Reden verwirrte unddurch die Scheidung der Sprache eine Trennung herbeiführte. Sie zogenmrs nach allen Himmelsgegenden, bevölkerten die Länder der drei altenErdteile: Asien, Afrika und Europa, und bildeten nach Verschiedenheitder Sprachen vermiedene Völker und Nationen. Mit dieser räumlichenTrennung des Menschengeschlechts, wie sie die heilige Schrift darstellt, mögendann auch die körperlichen Unterschiede entstanden sein, die man im Lause derZeit wahrnahm. Besonders ließ sich in der H autsarbe und Kopfbildungeme merkliche Verschiedenheit erkennen, daher man die Menschen in drei Haupt-stämme oder Rassen, eine Weiße (kaukasische), gelbe (mongolische)und schwarze (äthiopische) und in zwei Nebenstämme, eine dunkel-braune (malayische) und eine kupferfarbige (amerikanische) geschiedenhat, die jedoch nur als Unterarten eines uno desselben Urstammes zu be-achten sein dürften, da die Einheit des Menschengeschlechts als Art(Spezies) auch von der Wissenschaft aufrecht erhalten wrrd.
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