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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt.

8.2. 3.

2. Lebensweisen der ältesten Völker.

Z. 2. Nach der Verschiedenheit der Wohnsitze ergriffen die Menschen auchverschiedene Lebensweisen und Beschäftigungen. Die Bewohner derSteppen und Wüsten, wo sich nur hie und da fruchtbare Weideplätzefinden, ergaben sich dem Hirtenleben und zogen als wandernde Stämme mitihren Zelten und Herden von Ort zu Ort, ihren Aufenthalt nach den Jahres-zeiten wechselnd. Sie werden Nomaden genannt und ihre Hauptbeschäftigungist Viehzucht. Denn die Not lehrte die Menschen frühzeitig, durch Zähmungder Tiere sich bessere Nahrung und Kleidung zu verschaffen und sich in denHaustieren nützliche Gehilfen bei der Arbeit zu erziehen. Die in der Ebenewohnten, widmeten sich dem Ackerbau und den Künsten des Friedens, währenddie rauhen, abgehärteten Bergvölker sich der Jagd ergaben und, von inneremUngestüm und mächtigen Trieben fortgerissen, an Kampf und Krieg Ergötzenfanden. Jene verbanden mit der Viehzucht den Feldbau, schieden mit der Zeitdas Eigenland vom Gemeinland und sicherten sich ihr Besitztum, ihre Äcker,Hütten und Herden durch Gesetze und Rechtsbestimmungen, daher man denLandbau als dasgroße Thor der Menschlichkeit" bezeichnet hat. Die An-siedler wohlgelegener Meeresküsten und Flußufer entdeckten bei zunehmenderEntwickelung und Bevölkerung bald die Vorteile ihrer Lage. Sie triebenSchiffahrt und Handel, erzielten Wohlstand und Reichtum, wodurchsie sich zum Bau schöner Wohnhäuser und zur Anlegung von Städten auf-gefordert fühlten, indes die Bewohner unwirtlicher Gestade ihr freudenlosesLeben mit dem Fischfang fristeten. Ein mächtiger Hebel zur Bildung desMenschengeschlechts war der Handel und der dadurch herbeigeführte Völker-verkehr. Die Bewohner fruchtbarer Ebenen und wasserreicher Fluren triebenLand- oder Binnenhandel; die Bewohner der Meeresküsten dagegen See-handel. Die ausgedehnteste Gattung des Binnenhandels war der in Asienund Afrika heimische Karawanenhandel (ß. 5). Anfangs tauschte manWare gegen Ware (Tauschhandel); bald jedoch kam man auf den Gedanken,den edeln Metallen einen bestimmten Wert beizulegen und ausgeprägteGeldmünzen zu einem künstlichen, bequemeren Tauschmittel umzuschafsen.Die Bewohner der Städte legten sich auf Gewerbe und Erfindungen,pflegten Künste und Wissenschaften zur Bereicherung und Verschönerungdes Lebens und zur Ausbildung des menschlichen Geistes.

3. Staatssormen. Kastenwesen.

§. 3. Mit der Zeit zerfielen die Völker in civilisierte (Kulturvölker)und in uncivilisierte (Naturvölker), je nachdem Anlage und Verkehr dieAusbildung der geistigen Kräfte förderten oder Stumpfsinn und räumliche Ab-geschiedenheit dieselbe hemmten. Die nncivilisierten Völker sind entweder wildeHorden unter der Obhut eines Häuptlings, der unumschränkte Gewaltüber Leben und Tod besitzt, oder wandernde Nomadengeschlechter unter derLeitung eines Oberhauptes, welches als Vater der Familie die Rechte einesFürsten, Richters und Oberpriesters übt. Weder diese Nomadengeschlechtermit patriarchalischen Einrichtungen, noch die wilden Stämme, die inAfrikas unbekannten Sandwüsten (Neger), m Asiens Hochgebirgen undSteppen und in Amerikas Urwäldern Hausen, finden einen Platz in der Ge-schichte. Diese befaßt sich nur mit den Kulturvölkern, die durch Sitten,Gesetze und gegenseitige Übereinkunft (Konv enienz) zum friedlichen Zu-sammenleben und Verkehr, zur bürgerlichen Gesellschaft und zu einerStaatsordnung sich verbunden haben. Diese Staatsordnung kann, je nach