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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt.

8- 15.

»so.

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K40.

beten Ansiedelungen (Kolonieen) auf Kreta und Chpern, sie legten auf derInsel Sicilien, früher Trinakria, d. i. Dreispitzen genannt, die Purpur-färbereien und dieLager für Buntwirker" von Solo eis (Panormus) undMotye an, sie machten den trefflichen Aasen von Melite (Malta) zum Sta-tionsplatz der westlichen Schiffahrt, sie bauten auf der gegenüberliegendenKüste, in einer an Oliven, Dattelpalmen und Reben reichen Landschaft Nord-afnkas, die Handelsstadt Utika auf einer vorspringenden Landzunge, die siedurch einen Kanal inselartig abgruben. Denn die Thrier liebten es, bei derAnlegung von Tochterstädten die heimische Mutterstadt zum Vorbild zu neh-men und mit einer Jnselfeste, welche die Burg und das Heiligtum trug,für die Waren einen sicheren Hafen und Lagerungsort bot, die nahe Küste zueiner Doppelstadt zu verbinden. Auf ähnliche Weise wurde auch einige Zeitnachher auf einer schmalen langgestreckten Insel außerhalb der vorspringendenFelsenspitzen, die das Altertum als dieSäulen des Herkules" bezeichnete,die Pflanzstadt Gades (Cadiz) angelegt und mit der Küste in Verbindunggesetzt. Diese Stadt mit dem Heiligtums des Lyrischen Schutzgottes Melkart(Herkules) wurde der Stützpunkt und das stolze Emporium des spanischenHandels, wo die von den Propheten Judas gefeiertenTarsisschiffe" anleg-ten, um die Schätze des Metallreichen Landes am Bätis (Guadalquivir) derHeimat zuzuführen. Die berühmteste Kolonie der Tyrier aber war dieNeu-Stadt" Karthago auf der Küste Nordafrikas, welche durch Handelsgröße,Reichtum und Seemacht bald das Mutterland verdunkelte. Eme Frau ausköniglichem Stamm, Elissa oder Dido, soll dieselbe mit einer Anzahl vor-nehmer Auswanderer aus Thrus gegründet haben. Die Sage von der Ochsen-haut bei Gründung der Stadt ist bezeichnend für den Charakter der Phönizier,deren List und Verschlagenheit im ganzen Altertum berühmt war. Aus dieAusbildung des Religionswesens verwendeten die Phönizier weniger Sorgfaltals die übrigen morgenländischen Völker; der Molochdienst (§.4) war mitgrausamen Menschenopfern, der Kultus des Baal und der Astarte mitunsittlichen Gebräuchen und Festen verbunden.

8-15. Im Kampf mit den kriegerischen Völkern Vorderasiens bewiesendie Phönizier Tapferkeit und Vaterlandsliebe. Als der Assyrer Sargon (H.9)Phönizier! seinem Scepter unterwarf und tributpflichtig machte, siedelten diereicheren Bürger von Thrus nach der nahen Felseninsel über, wo sich bishernur die Heiligtümer und die Warenlager befunden hatten, und verteidigtenn.Jnsel-Tyrus fünf Jahre lang mit glücklichem Erfolg gegen die Übermachtder Feinde. Bald beherrschte die Lyrische Handelsflotte abermals die Meere.Selbst der Babylonier Nebucadnezar, der das phönizische Festland bezwängund die Bewohner von Alt-Tyrus gleich den Juden in das Innere seinesReichs versetzte, vermochte den Mut der Felsenstadt nicht zu erschüttern. Festdurch seine Lage wie durch die großartigen Mauern und Uferbauten trotzteJnsel-Tyrus allen Angriffen. Aber die wiederholten Schläge scheinen doch dieKraft der Thrier gebrochen zu haben; denn als bald nachher die Perser sichdie vorderasiatischen Länder unterwarfen, verlor auch Tyrus seine Freiheit undSelbständigkeit. Phönizien ward eine persische Provinz. Nun fielen die Pflanz-städte im Westen ab und schloffen sich gezwungen oder freiwillig an Karthagoan, die Griechen bemächtigten sich des Handels im ägeischen Meere undder phönizischen Kolonieen auf Kreta, Rhodos, Thafos u. a. O. mit den er-giebigen Erzgruben. In der Mitte des vierten Jahrhunderts rief der Druckder fremden Statthalter eine Empörung hervor, an deren Spitze Srdon stand.Sie mißlang. Sidon geriet in die Gewalt des Perserkönigs; und als dieserBefehl gab, die ältesten Bürger hinzurichten, zündeten die Einwohner selbst