Geschichte der alten Welt.
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Mälern geschmückte „heilige Straße" sührte, und mit dem weltberühmten Schlacht-seide von Maräthon. Gegenüber von Athen liegen die Inseln Aegrna und Sa-lamis, jene berühmt durch ihre frühe Kultur, Schiffahrt und Handel, diese durchdie Seeschlacht im Perserkrieg. 2) Böotien mit dem heiligen Musenberg Helikonin wildschöner, quellenreicher Gebirgsgegend, ein fruchtbares getreidereiches Land mitder siebenthorigen Hauptstadt Theben, mit dem heldenmütigen Platää und mitden berühmten Schlachtfeldern von Leuktra und Chäronea; 3) Phocis mit demalsMusensitz berühmten steilen Felsgcbirg Parn assus in großartiger Naturumge-bung; am Fuße desselben in einem als Mittelpunkt („Nabel") der Erde gedachtenOrte lag die heilige Tempelstadt Delphi mit ihrem berühmten Apollo-Orakel undzahlreichen Prachtgebäuden und Kunstwerken. Die Abwechselung von Felsen, Wal-dungen, Grotten, Bächen, des öden Gebirges und der fruchtbaren Ebene machte einengewaltigenEindruck und erfüllte mit den Schauern religiöser Gefühle. Das Gebirgs-ländchen Doris und die drei Landschaften Locris griffen in das geschichtliche Lebenwenig ein, und die Ätoler und Akarnaner im Südwesten standen mit dem Hel-lenentnm nur in schwacher Verbindung. — III. Peloponnes (jetzt Morea), durcheine schmale, felsige Landenge (Isthmus) mit Hellas verbunden. Diese aus vierSeiten vom Meere begrenzte Halbinsel ist ganz Gebirgsland- In der Mitte erhebtstich 1) das rauhe Arkadien, mit reizenden Thälern und weidenreichen Triften, voneinem abgehärteten Hirtenvolke bewohnt. Zu den berühmtesten Städten des Landesgehörten Mantinea, Tegea und die nach dem Rat des Epaminondas angelegte„Großstadt" Megalopölis. Im Norden der Halbinsel lag 2) Achaia am korin-thischen Meerbusen mit zwölf Städten, die im dritten Jahrhundert zu dem berühm-ten achäischen Bunde vereinigt wurden. Diesem Bunde gehörten auch an: Si-cyon und das reiche, kunstsinnige Korinth. Im Osten war 3) Argölis, einbuchtenreiches, felsiges Land mit der Hauptstadt Argos und mit den Herrschersitzendes alten Heerkönigs Agamemnon, Mycenä und Tirynth, in deren Nähe sich dieTrümmer riesenhafter Bauwerke, die „ Cyclopenmauern" des „Löwenthores",befinden. EpidauroS, auf einer östlichen Landzunge, war ein dem ÄsculapiuS ge-weihter Heilort. Südwärts von Argalis lag 4) das rauhe Lakonien oder Lace-dämon mit dem Taygetus-Gebirge und mit wenigen fruchtbaren Flächen imThale des Eurötas; in der Nähe die weltberühmte Stadt Sparta, eine Vereini-gung getrennter Bezirke ohne Ringmauer, die zur Zeit ihrer Blüte etwa 60 000Einwohner zählte. 5) Westlich von Lacedämonien erstreckte sich bis zum Meere dasfruchtbare, von Olivenwäldern durchzogene Messenien mit der Bergfeste Jthöme,Welche späterhin der auf den Rat des Epaminondas angelegten Hauptstadt Messeneals Burg diente, und mit der Seestadt Pylos; und nordwärts davon lag 6) diereiche Landschaft Elis mit der Ebene und dem heiligen Hain (Altis) von Olym-pia, berühmt durch die olympischen Spieleund viele prachtvolle Tempelbauten,Kunstwerke und Weihgeschenke. Um dieser Spiele willen stand der Staat Elis untereinem heiligen Gottesfrieden und blieb Jahrhunderte lang von Krieg und Waffenverschont.
d) Die griechische« Inseln.
§. 33. Westwärts und ostwärts von Griechenland liegt eine Menge kleinerund großer Inseln, welche für die griechische Geschichte von Wichtigkeit sind. Siewaren fast alle ausgezeichnet durch Fruchtbarkeit an Wein, Öl, Südfrüchten undandern Erzeugnissen, trieben großen Handel und besaßen schon in früher Zeit einehohe Kultur. Die bedeutendsten darunter sind 1) im Westen Corcyra (Kerkyra,jetzt Korfu), schon in den ältesten Zeiten durch Reichtum und Bildung berühmt, wospäter die Korinther eine Niederlassung gründeten, und das „steinige" Jthäka,des Odysseus Wohnsitz; 2) im südlichen Meere: die große Insel Kreta, die vorAlters durch gute Gesetze und frühe Kultur blühend, aber auch wegen Seeräuberei