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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Z. 77.

Geschichte der alten Welt.

und Warben damit ein großes Söldnerheer, mit dem sie zehn Jahre lang allenAngriffen ihrer Feinde glücklich widerstanden und sogar einige böotische Städtein ihre Gewalt brachten. Furchtbar wütete das Schwert der rauhen Phokerund ihrer räuberischen Söldnerscharen, die an dem reichen Bürger Philo-melus und seinem Gesinnungsgenossen Onomarchus thatkräftige Führerund an der felsigen Tempelstadt Delphi einen festen Stützpunkt hatten. Dariefen endlich die Thebaner den König Philipp zu Hilfe. Dieser folgte derEinladung, unterwarf zuerst Thessalien und drang dann durch den Paß vonThermophlä in Phons ein. Nach tapferem Widerstände mußten sich die Phokerergeben. Philomelus hatte sich schon früher nach einem unglücklichen Gefechtvon einer Felsenhöhe hinabgestürzt, Onomarchus wurde im Kampfe erschlagenund als Leiche ans Kreuz geheftet, das ganze Volk zur Unterwerfung gezwun-gen. Sie wurden als Fluchbeladene aus dem Amphikthonenbunde gestoßenund Philipp trat an ihre Stelle; ihre Städte wurden geschleift; die Einwohnerwanderten zum Teil aus, andere wurden als Sklaven weggeführt, was zurück-blieb, ward zinspflichtig.

Z. 77. Schon vorher hatte Philipp die griechischen Pstanzstädte in Mace-donieu, Amphipölis und Potrdäa, unter seine Herrschaft gebracht und inder Nähe der erster« in einer an Goldminen reichen Gegend die feste StadtPhilipps angelegt; dann hatte er das stolze Olynth unterworfen und anGut und Freiheit schwer gestraft. Zum Ziel seines Strebens kam er aber erstMKU-gdurch den lokrischen Krieg. Wie früher die Phoker, so wurden jetzt die»g- Zokrer beschuldigt, eine Strecke Landes von dem delphischen Tempelgut an'sich gerissen und angebaut zu haben, und wurden deshalb ebenfalls von dem' Amphiktyonengericht mit einer Geldstrafe belegt. Als sie keine. Zahlungleisteten, übertrugen die Amphikthonen auf den Antrag des Redners Äschrnes,der sich als athenischer Abgeordneter unter ihnen befand, dem makedonischenKönig die Bestrafung. Philipp eilte mit Heeresmacht herbei, unterwarf dieLokrer und besetzte dann ganz unerwartet die wichtig gelegene Stadt ElatLa.Dieser Gewaltstreich schreckte die Athener aus ihrer Sorglosigkeit und ver-. schaffte den Worten des Demosthenes Gehör. Er selbst vermittelte einenBund mit Theben und bewirkte die Ausrüstung einer beträchtlichen Streit-macht. Aber die in der Eile zusammengebogenen und von unfähigen Führernbefehligten Truppen konnten der makedonischen Schlachtreihe nicht widerstehen.Trotz der Tapferkeit der heiligen Schar von Theben, die insgesamt aufder Wahlstatt blieb, gewann Philipp die Schlacht von Chäronea, welche dergriechischen Freiheit auf immer ein Ende machte. Demosthenes hielt denGefallenen die Leichenrede, und der fast hundertjährige Jsokrätes gab sich,obwohl er bisher zu der Partei des Friedens mit Philipp geneigt hatte, selbstum den Untergang der griechischen Freiheit nicht zu überleben. —Übrigens behandelte Philipp die Griechen mit Milde und Freundlichkeit, um^ umcedonische Herrschaft zu gewöhnen. Denn er hegte den Vorsatz,an "er Spitze sämtlicher hellenischen Staaten das morsche Reich der Perseranzugreifen und berief deswegen die Griechen zu einer allgemeinen Tag-zusammen, um einen hellenischen Frieden undä Btacedoniens Oberleitung abzuschließen. Schon war er zum

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Hauptstadt Makedoniens, von einem beleidigten Leibwächter^ard, entweder aus persönlicher Rache, oder, wie andere meinen, auf^astiften von Philipps zurückgesetzter Gemahlin Olympias. Der Mörderwurde von den erzürnten Krügern auf dem Platze erschlagen.