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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Die Völkerwanderung und die Gegrüudung desMonothmsmus.

I. Der Sieg des Christentums über das Heidentum.

1. Die christliche Kirche der ersten Jahrhunderte.

tz. 172. Die Römer waren gegen die heidnischen Religionsformen andererVölker sehr duldsam, wie schon daraus hervorgeht, daß sie nicht bloß die grie-chische Götterwelt..sondern auch das Religionswesen des Orients, der Chal-däer, Perser, Ägypter und Syrer, allmählich annahmen. Da aberdas Christentum keine Verbindung mit dem Heidentume zuließ, die Christenalle Teilnahme an den Festen und Religionsgebräuchen der Heiden ängstlichmieden, Kriegsdienste und Staatsämter verschmähten und sogar im täglichenVerkehr sich absonderten, so erwachte der Haß des Volkes und das Mißtrauender Regiermden, es ergingen schwere Verfolgungen über die aus allen Völ-kern und Ständen gemischten Bekenner des Evangeliums. Zehn Christen-versolgungen werden erwähnt, von den Tagen des Nero, da Petrus undP aulus ihren Tod gefunden haben sollen, bis ins erste Jahrzehnt des viertenJahrhunderts, wo Diokletian und Galerius die Bekenner des gekreuzig-ten Heilandes durch Folter und Beil zum Opseraltar trieben, die Kirchenniederbrannten und die heiligen Schriften den Flammen übergaben. Selbstder edle Marcus Aurelius glaubte den Starrsinn der vermeintlichen Schwär-mer gewaltsam brechen zu müssen, und die kurze Regierung des Kaisers Deciusist durch eine der heftigsten Christenversolgungen denkwürdig geworden. Aberdie Glaubensfreudigkeft, womit die Blutzeugen (Märtyrer) Qualen undTod ertrugen, mehrte die Zahl der Bekenner, so daß man mit Recht das Blutder Märtyrer den „Samen der Kirche" genannt hat. Die Verfolgten verbargensich in unterirdischen Gängen (Katakomben), bei den Gräbern ihrer Lieben,m Höhlen und Bergschluchten; die Bedrängnis erhöhte ihr Gottvertrauen, unddie Zahl der Abtrünnigen, welchedie Bib el zum Verbrennen ausliefertenoder vor den Bildsäulen der Kaiser räucherten, war gering gegen die der stand-haften Bekenner, die als „Streiter Gottes und Christi" dem bei der Taufegeleisteten „Fahneneid" im Leben und Tod treu blieben. Alle Armen und Ge-drückten, alle Mühseligen und Beladenen erfaßten mit freudigem Herzen dieBotschaft des Heils, die den Gläubigen im Eroenleben Menschenrechte, Bru-derliebe und Tröstung gewährte, die dem Tode seinen Stachel nahm und derHölle ihren Sieg. Während der Jahre der Verfolgung verbreitete sich dasChristentum durch die inwohnende Kraft der Wahrheit und durch äußere gün-stige Umstände nach allen Himmelsgegenden, so daß es schon im oritten Jahr-hundert, noch ehe Konstantin dasselbe unter den Schutz und dieBegünstigung des Staats gestellt, die Grenzen des Römerreichsüberschritt.