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Die Völkerwanderung.
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geordnet sei", erhielt unter dem Namen Semiarianer im Morgenlande einige Gel-tung. Ströme von Blut wurden wegen dieser dem menschlichen Geiste unersorsch-lichen Lehrsatzungen vergossen. — Ein nicht minder folgenreicher Streit erhob sichim fünften Jahrhundert über die Erbsünde und Gnadenwahl, indem Augusti-Uus, Bischof von Hippo in Nordasrika, den Grundsatz aufstellte, daß die menschlicheNatur durch Adams Sündenfall unfähig geworden sei zum Guten aus eigener Kraft,daß diese Kraft nur durch die Gnade Gottes in der Kirche bei einem Teil der Men-schen erzeugt werde, während der andere dem Verderben überlassen bleibe. Jene seienulso vom Anbeginn an zur Seligkeit, diese zur Verdammnis vorausbestimmt(prädestinirt). Diese strenge Lehre wurde von Pelagius, einem britischen, inAfrika weilenden Mönch, bekämpft und der Grundsatz aufgestellt, daß der Menschdurch die Kraft seines freien Willens Gutes thun und der Seligkeit teilhaftig wer-den könne. Nach langem Hader Wurde eine vermittelnde Lehre, welche den Gesetzender Kirche wie den Forderungen des freien sittlichen Geistes Rechnung zu tragensuchte, begünstigt. — Die christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte werdenKirchenväter genannt. Ihre Werke sind um so wichtiger, weil die Traditions-vder Erblehre der katholischen Kirche auf ihnen beruht. I" näher sie daher demZeitalter der Apostel stehen, desto größer ist ihr Ansehen, da man annimmt, daß dieJünger Jesu ihren Zeitgenossen manche mündliche Mitteilungen gemachthaben, die sich nicht in den apostolischen Schriften finden, Wohl aber aus den Werkender Kirchenväter erkannt werden mögen. Sie schrieben teils griechisch, teils latei-nisch. Unter den griechischen Kirchenvätern ragen vor allen hervor: die alexandri-nischen Geistlichen Clemens und Origenes, der Kirchenhistoriker Eusebius undder Kanzelredner Chrhsostömus in Constantinopel; unter den lateinischen nehmen,neben Augustinus, Tertullian, Lactantius und Hieronymus die erste Stelleein. Die von Hieronymus herrührende lateinische Übersetzung der Bibel erlangteunter dem Namen „Vulgata" kirchliche Geltung.
8-175. Von Konstantins drei lasterhaften Söhnen, die sich, dem Willendes Vaters gemäß, in das Reich teilten, erlangte nach vielen Greuelthaten undlangjährigen blutigen Kämpfen Konstantins die Alleinherrschaft. Da er inAsien beschäftigt war, so schickte er seinen Vetter Julianus nach Gallien, umdre Reichsgrenzen gegen die germanischen Völker zu schützen. In dem altenDecnmatlande (Z. 161) am Oberrhein und an den Donauquellen hatten diestreitbaren Allemannen sich Wohnsitze erfochten, und dieselben bis über denBodensee im Süden und bis an die Lahn im Norden ausgedehnt. Voll krie-gerischen Ungestüms suchten sie auch das überrheinische Land ihrer Herrschaftzu unterwerfen und machten Einfälle in das römische Gallien. Julian besiegtedie Allemannen bei Straßburg, setzte zweimal über den Rhein, schlug inden Niederlanden die Franken zurück und erneuerte den altrömischen Waffen-ruhm. Neidisch über diese Erfolge rief der Kaiser den besten Teil der Truppenab, um sie gegen die Perser zu schicken. Umsonst machte Julian Vorstellungengegen diese Maßregel. Da empörten sich die über die bevorstehende Entfernungerzürnten Legionen und riefen ihren Feldherrn in seiner Lieblingsstadt Pariszum Kaiser aus. Schon rüstete sich Julian zum Bürgerkrieg Wider Constan-«us, als des letzteren Tod in Tarsus dem blutigen Beginnen Einhalt thatund jenem den streitigen Thron sicherte. Ohne Hindernisse bezog nunmehrJulian als Beherrscher des großen Reichs die Kaiserburg in Constantinopel.Er entfernte alsbald alles überflüssige Hofgesinde, beschränkte den Hofstaat undbefliß sich in Kleidung und Lebensweise der größten Einfachheit; er sorgte fürunparteiische Rechtspflege und stellte im Heere Zucht und kriegerische Tugendher. Wirkte er dadurch kräftigend auf das erschlaffte Geschlecht, so störte da-gegen sein Eifer, das Heidentum wieder zu beleben, den Erfolg seiner
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