281
Z. 399.
England unter Karl II. und Jakob II.
Testakte aufzuheben. Als jedoch das Parlament, trotz der bei den Wahlenhübten Bestechung, nicht zur Annahme des Toleranz edikts gebracht werdenkonnte, suchte Jakob auf anderm Wege die Testakte zu umgehen, indem er er-«mte, die Krone besitze das Recht der Dispensation von dem Gesetz, einAecht, wodurch die Kraft und Wirkung aller Gesetze gelähmt worden wäre.
^as englische Volk sah diesen Schritten eine Zeitlang ruhig zu, wennauchsisit innerem Widerstreben, in der Hoffnung einer baldigen Befreiung, da derlAon bejahrte König keine männliche Nachkommenschaft besaß und seine beidenTochter in der englischen Kirche erzogen und an protestantische Fürsten ver-mählt waren, die ältere, Maria, an'Wilhelm von Oranien (H. 403), dielungere, Anna, an einen dänischen Prinzen. Als aber die Nachricht von derGeburt eines Prinzen von Wales die Hoffnung aus baldige Erlösungjsoch Joche des Papsttums niederschlug, da reifte der Gedanke, sich unter dem^erstände Wilhelms von Oranien durch Selbsthilfe zu befreien. Die ÄchtheitPrinzen wurde bezweifelt; Scharen mißvergnügter Briten strömten nachHaag; die Whigs traten mit dem Oranier in Verbindung und verhießenM die Hilfe der protestantischen Nation. Jakob gewahrte den Sturm, dersich über seinem Haupte zusammenzog, erst, als Wilhelm mit holländi-scher Kriegsmacht an der britischen Küste landete in der ausgesprochenenMicht, die protestantische Religion und die Freiheit von England zu schützen,umsonst wendete sich der König jetzt an Heer und Volk und versprach die Aus-übung aller verfassungswidrigen Maßregeln; der Boden, auf dem er stand,
"Mr durch Verrat, Heuchelei und Meineid, womit die Stuarts die NationGirant gemacht hatten, wankend geworden. Als ein Teil des Heeres zuAsillhelm überging und die allgemeine Stimmung sich gegen den König aus-Mach, da schickte Jakob seine Gattin mit dem Prinzen nach Frankreich, warfReichssiegel in die Themse und floh dann in Verzweiflung aus dem Landelerner Väter, um dessen schönen Thron er sich und seine katholischen Nach-sivrnrnen gebracht. Er lebte fortan in St. Germain von einem JahrgehalteLudwigs XIV.
8. 399. Nach Jakobs II. Flucht erklärten die Vertreter des englischensisillrs (die Nationalkonvention) den Thron für verlassen und kamen dahinsiderein, daß die katholische Linie der Stuarts von der Regierung ausge-schlossen und die Krone dem Königspaar Wilhelm und Maria übertragen-sieben sollte. Belehrt jedoch durch die Vergangenheit, sicherten sie in der Bill Kbmar"er Rechte (bill ok riMts) die alten Rechte der Nation gegen künftige Gewalt-siverche, ohne die Königsmacht über Gebühr zu schwächen. Die Schotten er-onnten die neue Ordnung an und erhielten ihre presbyterianische Kirchcn-zurück, aber die katholischen Jrländ er, von Frankreich unterstützt undJakob II. selbst in den Kampf geführt, wurden erst durch die blutige^sPacht an der Bohne, wo der alte Marschall Schomberg, ein aus Fraul-ich entflohener Hugenotte pfälzischerAbkunft, den Heldentod starb, zur Unter-N» gezwungen und aufs neue in ihren Gütern und Rechten verkürzt.
Nr <.b.er Zeit an gewann England durch Seemacht, Handel, Gewerbfleiß und» ?Wtand den Vorsprung vor allen andern Völkern. Als ein früher Tod den».^Äbrchen Wilhelm kinderlos ins Grab stürzte, folgte ihm Jakobs II. jüngereAnna, unter welcher die vollständige Veremigung Schottlands undw"Wüds zustande kam, so daß fortan schottische Abgeordnete im englischenU/^mente stimmten. Auch sie sank ohne Nachkommen in die Gruft; sie über-list Gatten und alle ihre Kinder, daher kam nach ihrem Tode die eng-^°ue an den Kurfürsten Georg von Hannover, den Enkel der Pfalz-V sin und Böhmenkönigin Elisabeth (§. 373). Seine Mutter Sophie, die
Juli
16 '
S».
1702 .
Anna
1702 -
1714 .
1707 .