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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
Entstehung
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334
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Februar

1787.

August

L787.

August

1788.

Neckers

zweites

Ministe-

rium

1788-

178S.

Dezbr.

1788.

334 Zeitalter der Revolutionen und Restaurationen. 8- 474.

Aristokratie zu, daß er seiner Stelle entsagen mußte. Dies war um dieselbeZeit, als der amerikanische Krieg die Geldnot erhöhte und Freiheitsgefühl undrepublikanische Gesinnung in Frankreich weckte. Es war daher ein großes Un-glück für das französische Königtum, daß in diesem kritischen Augenblick derleichtsinnige, verschwenderische Calonne die Finanzverwaltung übernahm.Dieser wich von Neckers Sparsystcm ab, kam den Wünschen der Königin, !den Bedürfnissen der Prinzen und Hofleute willig entgegen und täuschte dreWelt durch großsprecherische Verheißungen, die aller Not ein Ende machensollten. Die glänzendsten Feste wurden in Versailles gefeiert und Calonnes !Talente hoch gepriesen. Bald waren jedoch auch seine Mittel erschöpft. Ermußte sich zur Einberufung einer Notablcnvcrsammlung entschließen, be-stehend aus Edelleuten, Geistlichen, hohen Staatsbeamten, Parlamentsrätcnund einigen Städteabgeordneten. Aber statt der erwarteten Hilfe fand Calonnein dieser Versammlung die heftigsten Gegner. Sie verwarfen den Vorschlageiner allgemeinen Besteuerung, die auch Adel und Klerus umfassen sollte, undbedrohten den Finanzminister mit einer Anklage, so daß dieser seiner Stelle ,entsagte und sich nach London begab.

tz. 474. Calonnes Nachfolger in der Finanzverwaltung, Lomenie deBrienne, hatte einen schweren Stand. Um den Ausfall (Defizit) in derStaatskasse zu decken, mußte er zu den gewohnten Mitteln, Steuererhöhungund Anleihen, schreiten, stieß aberber dem Pariser Parlament auf so heftigenWiderstand, daß sich die Regierung entschloß, als auch das verbrauchte Zwangs-mittel einer Thronsitzung nichts mehr fruchtete, die kühnsten Redner verhaf-ten zu lassen und nach Troyes zu verweisen. Dieser Schritt verursachte einegroße Aufregung unter dem Volke, was die Regierung bewog, mit den verwie-senen Parlamentsräten einen Vergleich abzuschließen und die Sitzungen wieder ,zu gestatten. Aber der Geist des Widerstandes war schon zu mächtig gewordenund hatte bereits das Volk ergriffen. Es umstellte lärmend das Sitzungshausund begrüßte mit Jubel die Redner der Opposition und mit Scheitworten die ^Regierungspartei; es verbrannte alltäglich den verhaßten Finanzminister imBildnis und gab in verschiedenen Städten durch tobende Auftritte die aufge-regte Stimmung kund. Auf den Straßen wie im Parlament ertönte der Rufnach Generalständen. Umsonst versuchte das Ministerium durch Verwand-lung der Parlamente in ein Obergericht (eour pwniäre) und mehrere Unter-gerichte den Widerstand zu brechen; es war ein neuer Geist über die Nationgekommen, dem zuletzt der Sieg zufiel. Brienne mußte abtreten zu einer Zeit,da die Geldnot so groß geworden, daß alle Barzahlungen eingestellt werdenmußten und ein Staatsbankbruch unvermeidlich schien. Nun wurde der volks-beliebte Necker zum zweitenmal ins Ministerium berufen. Dieser beruhigtezuerst die Gemüter durch Zurücknahme der Beschlüsse gegen die Par-lamente und traf dann Vorbereitungen zur Einberufung der Stände. Hier-bei kam er bald in Zwiespalt mit den Parlamenten und den von ihm abermalsbefragten Notablen. Diese waren nämlich der Meinung, die neue VersanE '

lung sollte sich in der Zahl der Abgeordneten und in dem Geschäftsgänge nach ,

den Ständen von 1614 richten, indes Necker dem dritten Stand (tisrs ötst) >

die doppelte Vertretung zugestanden und nach Köpfen, nicht nach Ständen ab- >

gestimmt haben wollte, eine Ansicht, der die talentvollsten Wortführer der ,

Nation in einer Menge von Flugschriften beitraten (Abb6 Siehes:Was ist >.

der dritte Stand? ")- Neckers Meinung siegte. Eine königliche Verfügung be-stimmte die Zahl der adeligen und geistlichen Mitglieder auf je 300, die der j

bürgerlichen auf 600 und setzte den folgenden Mar als Zeitpunkt der Eröss- !

nung fest.Jetzt kommt meine Zeit!" sprach Honorä Riauetti Graf von