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huschte ein allerliebstes Eidechschen. Es hatte ein präch-tiges Frühlingskleid, und ich hätte gar gern mit ihm ge-spielt.
3. Da auf einmal klapperte es auf dem nahen Kirch-türme. Ich eilte ins Dorf hinein und fand eine ganzeSchar Kameraden auf der Straße. Die begrüßten denStorch, der sein altes Nest wieder aufgesucht hatte.
Nach L. r. G-öbelbecker.
8. Was ich habe.
Die Schnecke hat ein Haus, ihr Fellchen hat dieMaus, der Sperling hat die Federn sein, der Schmetterlingschöne Flügelein. Nun sage mir, was hast denn du? „Ichhabe Kleider und auch Schuh’, und Vater und Mutter,Lust und Leben: Das hat mir der liebe Gott gegeben.“
Wilhelm Hey.
9. Wie oft Gott zu danken sei.
Wie viel Sand im Meer,wie viel Sterne obenher,wie viel Tiere in der Welt, -wie viel Heller unterm Geld,in den Adern wie viel Blut,in dem Feuer wie viel Glut,wie viel Blätter in den Wäldern,wie viel Gräslein in den Feldern,in den Hecken wie viel Dörner,auf dem Acker wie viel Körner,auf den Wiesen wie viel Klee,wie viel Stäublein in der Höh’,in den Flüssen wie viel Fischlein,in dem Meere wie viel Müschlein,wie viel Tropfen in der See,wie viel Flocken in dem Schnee,so viel Geschöpfe weit und breit:
So oft und viel sei Gott Dank in Ewigkeit!
Des Knaben Wunderhorn.