IV
VOKKEDE.
es vor, die hergebrachten Zahlen beizubehalten. In der israelitischenGeschichte habe ich die Zahlen aufgenommen, welche den Büchern derKönige entsprechen; ich bemerke jedoch dass nach den tyrischen Synchro-nismen der Tempelbau auf 969 oder 968 herabzurücken ist.
Diesen entspricht auch die An Setzung von 824 als Gründungsjahr vonKarthago, wie Movers und A. v. Gutschmid dargethan haben.
Einige schwierige Punkte sind in meiner Disputatio de rerum postbellum Persicum usque ad tricennale foedus in Graecia gestarum tempo-ribus, Leipzig 1865, und in den Jahrbüchern für Philologie und Päda-gogik II. Abth. 1865 8. 109 fP., 1867 8. 165 ff. erläutert. Für die Schlachtim Teutoburger Walde habe ich die von den meisten Gelehrten fest-gehaltene Ansetzung auf 9 n. Ch. wieder hergestellt. Für die Thron-erhebung Pippins ist 751 von Th. Sickel ermittelt (Forschungen z. D. G.IV 439).
Ungefähre und schematische Ansetzungen in den Anfängen sind durchschwächere Ziffern kenntlich gemacht. In Fällen wo es galt Thatsachenzu verzeichnen, die sich entweder nicht an bestimmte Jahre bindenlassen oder deren getrennte Aufführung dem Lernenden eher störendals förderlich sein würde, habe ich die chronologische Genauigkeit demBedürfnisse des Unterrichts untergeordnet und so viel wie möglich durchdie Einrichtung des Druckes angedeutet, dass nur eine entfernte Beziehungzu der vorstehenden Jahreszahl stattfinde.
So empfehle ich denn auch diese neue Ausgabe freundlicher Aufnahmeund schliefse mit den Worten der ersten Vorrede: Wie weit ich dasrechte Mass und den bezeichnenden Ausdruck gefunden habe, muss ichdem Urteile erfahrener Lehrer der Geschichte anheimstellen: das aberkann ich aus eigener Erfahrung versichern, dass diese Tabellen, wennsie von unten auf nach Malsgabe des Fortschrittes in dem Vortrage desLehrers eingeübt werden, in dem Gedächtnisse der Schüler sich so fest-setzen, dass das wiederholte Erlernen derselben nur geringe Zeit erfordert,und damit ist dann ein sicherer Leitfaden geboten. Ein solcher ist fürden Unterricht in der Geschichte ebenso notwendig, als das genaue Er-lernen der grammatischen Regeln unter steter Wiederholung für denUnterricht in den alten Sprachen. Allein so wenig ein verständigerLehrer darin das Wesen des Unterrichts in den alten Sprachen suchenwird, so wenig wird man mich in dem Verdachte halten, als wollte ichden Geschichtsunterricht zu einem toten Werke des Gedächtnisses machen.Der Kern desselben ist und bleibt lebendige Erzählung, die das jugend-liche Gemüt erweckt und erhebt und zur Ausbildung einer edlen Ge-sinnung, zur Pflege freier Vaterlandsliebe und wahrer Gottesfurchtwirksam ist.
Bonn den 24. Februar 1880.
A. 8.