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Gustav Freytag.
Kaufmann von Goslar die Frau Fee, er nahm sie mit sich, verheiratetesie und gab ihr so viel als Ausstattung, daß sie ihrem wilden Leben ent-sagen konnte.
Dieselbe Idee wurde in preußische Städte und nach Stralsund ver-pflanzt, dort entstanden unter den rittermäßigen Familien im vierzehntenJahrhundert Artusbrüderschaften und Artushöfe, stehende Genossen-schaften mit eigenen Klubhäusern. Die englischen und französischenKreuzfahrer fanden dort Erinnerungen an heimischen Ritterbrauch undgastliche Aufnahme.
Gn Haufenspiel zu Roß war der Buhurt, wahrscheinlich die ältesteder ritterlichen Übungen. Die Reitenden teilten sich in Parteien undzogen sich in schnellem Lauf durcheinander. Hier war die Reitkunst undim Vorbeifliegen der Zusammenstoß der Schilde und das geräuschvolleBrechen leichter Speere an entgegengehaltenen Schilden die Haupt-sache; er wurde deshalb wohl auch mit Stäben geritten. Das behendeWenden im engen Raum und das laute Dröhnen von Schild undSpeer war ihm charakteristisch, dabei klang gewaltig der Ruf: Hurta,hurta (drauf)! Der Buhurt war Ausdruck kriegerischer Freude, Be-grüßung eines geehrten Gastes auch in den Stadtgassen und im ge-schlossenen Hof,*) er erhielt sich aber nicht über die erste Hälfte desJahrhunderts, später werden beim Empfang geehrter Gäste nur einigeTjoste geritten.
Das größte Ritterfest war der Turney, ein Massenkampf in ab-gestecktem Raum, die Teilnehmer immer in zwei Parteien geteilt, diesewieder in verschiedene Haufen, welche einander unterstützten. Aufgabeder Haufen war, die Schar der Gegner zu durchreiten und die einzelnendaraus zu entwaffnen und gefangenzunehmen. Die Turniere wurdenum 1200 nicht nur bei großen Hoffesten angestellt, auch von den Ritterneiner Landschaft, es waren Spielkämpfe, welche das Rittertum in seinemhöchsten Glänze zeigten. In der Stadt, welche dem Turnierplatz nahelag — und man hatte Ursache, volkreiche Städte mit kunstfertigem Hand-werk zu wählen — war in den Wochen vor dem Turnier geräuschvollesTreiben; Schmiede, Lederarbeiter, Gewandschneider, Goldschläger,Maler, Federschmücker waren in angestrengter Tätigkeit, die Herbergenfüllten sich, auch Privathäuser nahmen Einquartierung. Wer der Ein-ladung zum Turnier folgte, zog stattlich ein und wandte leicht mehr Geldund Kredit auf sich und sein Gefolge, als ihm nützlich war; denn die Edlenund Dienstmannen kamen mit großem Gefolge von Rittern, Knechtenund Rossen, zuweilen auch mit Frauen. In den letzten Tagen vor den:Feste wogte es auf den Straßen und um die Herbergen; die Ritter, welchedes Abends einander besuchten, ließen sich große Wachslichter vor-
*) Das Wort du bedeutet Hausbau, Gebäude, aber auch Bauernwesen undBauernarbeit, durt das Anrennen.