Band 
I. Teil. Von der germanischen Urzeit bis zur französischen Revolution.
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Luthers Lebensende und Lebensarbeit.

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Fuhrleute zu beherbergen. Luther ist unermüdlich in Scherzen überihr neues Königreich. Seine „gnädige Frau von Zulsdorf" ist sie ihmjetzt oder gar „von Bora und Zulsdorf." Er adressiert: „meiner Herz-lieben Hausfrauen Katharin Lutherin, Doktorin, Zulsdorferin, Sau-märkterin und was sie mehr sein kann". Oder ein andermal, als sie denKopf voll ihrer Gutsangelegenheiten hatte: „Der reichen Frauen zuZulsdorf, zu Wittenberg wohnhaft, zu Zulsdorf geistlich wandelnd,meinem Liebchen. Auf dem neuen Saumarkt zu Handen." Bei alldieseir Spöttereien wußte er doch genau, was er an ihr hatte. „Dasist ein gemarterter Mann," sagt er einmal, „dessen Frau nichts weißin der Küchen. Es ist prima oalamitas. aus der alles andere Elend folgt."Bei ihm aber ist es so bestellt, daß er sogar bei Hof sich sehnt nach FrauKäthes Tisch und nach Frau Käthes Keller. So schreibt er ihr, „seinemfreundlich lieben Herrn," aus Torgau: „Gestern hatt' ich einen bösenTrunk gefaßt, da mußt ich singen. Trink ich nicht wohl, das ist mir leid,und tät's so recht gerne, und gedacht, wie gut Wein und Bier hab' ichdaheim, dazu eine schöne Frau (oder soll ich sagen Herrn). Und Dutätst wohl, daß Du mir herüberschicktest den ganzen Keller voll meinesWeins und ein Pfloschen meines Biers, so oft Du kannst, sonst kommeich vor dem neuen Bier nicht wieder." Als Krankenpflegerin hat Käthevon der kompetentesten Stelle, jenem Doktor Ratzeberger, den die Kur-fürstin von Brandenburg nach Sachsen gebracht hatte, die beste Zensurerhalten. „Als Luther am Stein erkrankte," erzählt Ratzeberger, „undweder essen noch trinken konnte und alles dasjenige, was ihm seineHausfrau aufs beste und fleißigste zugerichtet, von sich schob, bittet sieihn aufs fleißigste, er wolle doch selbst eine Speise erwählen, dazu ermochte Lust haben. .Wohlan/ spricht er, ,so richte mir zu einen Brat-hering und ein Essen kalter Erbsen mit Senf, weil du ja will, daß ichessen soll, und tue solches nur balde, ehe mich die Lust vergeht. Ver-zeuchst du lang, so mag ich hernacher nicht? Die Frau tuet, wiewohl mitgroßen Sorgen, was ihr Herr befohlen, und richtet das Essen zu, so ge-schwinde sie vermochte, und setzet es ihm für. Als er nun mit großerLust davon ißt, besuchen ihn die Medici ihrer Gewohnheit nach und wollensehen, wie es sich mit seiner Krankheit anlasse. Da sie ihn nun sahenessen, entsetzten sie sich für dieser Kost, welche sie ihm für schädlich undungesund achteten. Ich, was tut Ihr doch/ sagte Lizentiat Fendius,.Herr Doktor, daß Ihr Euch selber wollet noch kränker machen? I). Lutherschwieg ganz stille und aß immer fort und hatte ein Mitleiden ob derMedicorum Traurigkeit, die so hart für ihn sorgten. Bald nachdem sieUrlaub von ihm genommen und nunmehr gedachten, er würde gar einletalem mordum erwecken, kommt ein großer oaloulus von ihm, dessensie zuvor an ihm nicht gewohnt waren, und war Lutherus wieder ge-sund." So hatte Frau Käthe durch ihren Zuspruch das Übel gehoben,an dem der Ärzte Kunst gescheitert war.