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Augsburgische Konfession (confessio Augustana), vorlesen, er-klärte sie dann aber durch die katholische Entgegnungsschrift Ecks(confutatio) für widerlegt und nahm eine neue evangelische Ver-teidigungsschrift, Melanchthons Apologie, nicht mehr an; derReichstagsabschied verlangte die Unterwerfung der Protestanten biszum 15. April des nächsten Jahres. Zur Sicherung ihrer bedrohtenReligionsfreiheit schlössen diese daher den schmalkaldischenBund 1530. Ihre Lage war um so gefährlicher, als der KaiserGewalt anzuwenden drohte und gerade um diese Zeit in derSchweiz, wo unabhängig von Luther Huldreich (Ulrich) Zwingli,Leutpriester zu Zürich, seit 1519 eine verbesserte Kirchenordnung(reformierte Kirche) durchführte, die reformierten Kantone durchdie katholischen bei Kappel 1531 eine Niederlage erlitten (ZwinglisTod), infolge deren an manchen Orten die katholische Kirche wieder-hergestellt wurde. Da aber die Türken von neuem gegen Öster-reich heranzogen, mußte Karl im Nürnberger Religions-srieden 1532 den Protestanten Religionsfreiheit bis zu einemallgemeinen Konzil bewilligen, welches den Streit endgiltig ent-scheiden sollte.
4. Bis zum Augsburger Religionsfrieden 1555. u) Aus-breitung der Reformation. Durch die Wiedereinsetzung desHerzogs Ulrich von Württemberg, welcher wegen seiner Gewalt-thätigkeit von seinen Unterthanen vertrieben war, aber von Philippvon Hessen 1534 zurückgeführt wurde, gewann die Reformationauch in dessen Lande Eingang; ebenso im Elsaß, in der Markgraf-schaft Baden-Durlach, der Grafschaft Hanau und vielen StädtenNiedersachsens. Im Jahre 1539 führten auch Herzog Heinrich vonSachsen und Kurfürst Joachim II. von Brandenburg dieselbein ihren Ländern ein, doch trat der letztere ebenso wie der 1541zur reformierten Lehre übergetretene Kurfürst von der Pfalz demschmalkaldischen Bunde nicht bei.
b) Hemmnisse. Durch den Aufstand der Wiedertäufer inMünster (1534—1535), welche dort unter dem Schneider JanBockelson von Lehden als „König von Zion" ein wüstes Regimentmit Vielweiberei und Gütergemeinschaft einführten, aber dem vonKöln, Trier, Kleve und Hessen unterstützten Bischöfe erlagen, wurde