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Dänemark ein. Es mußte Frieden schließen und vom Bünd-nisse mit Polen und Rußland zurücktreten.
Unterdessen belagerte Peter mit 40,000 Mann die schwe-dische Stadt Narva in Esthland. Aber auch gegen ihn zogKarl mit einem Heere von nur 8000 Mann mutig zum Ent-satze heran und schlug ihn vollständig aufs Haupt. Unklngerweiseunterließ er es für den Augenblick, diesen Sieg gegen dieRussen weiter zu verfolgen. Er wollte zuerst die Polenzüchtigen. Wirklich mußte August II., Kurfürst von Sachsenund zugleich König von Polen, die polnische Krone nieder-legen; ja, sogar Sachsen suchte jetzt Karl heim.
Peter hatte unterdessen neue Kräfte gesammelt unddie gemachten Erfahrungen geschickt zu seinen Gunsten be-nützt. Als daher Karl wieder kam, um auch ihn des Throneszu entsetzen, hatte er es plötzlich mit einem ganz anderenGegner und mit einem kampfgeübtercn Heere zu tun.
Zudem ließ er sich verleiten, sich mehr nach Süden, nach derUkraine, statt direkt nach Moskau zu wenden. Der Wegdahin aber führte durch unermeßliche Sümpfe und Wälder.Karls Heer litt darum gewaltig unter Kälte, Hunger undKrankheiten, so daß es auf 20,000 Mann zusammenschmolz.
1709 Endlich kam es zur Schlacht bei Poltawa (1709). Petersiegte. Karl mußte sogar bei den Türken Schutz und Hilfesuchen.
Freilich gelang es ihm hier noch einmal, den Sultanzu einem Zuge gegen die Russen zu bewegen. Allein durchden Verrat des türkischen Oberanführers, des Großveziers,mißlang dieser. Ein zweites Mal aber wollte auch der Sultandas Glück nicht versuchen.
Überdies fingen, seiner langen Abwesenheit müde, dieSchweden an, eigenmächtig mit den Russen zu verhandeln.In einem ununterbrochenen Ritte von 14 Tagen kehrte daherKarl über Wien nach Strnlsund zurück, den Frieden zuvereiteln. Dann fand er im Kampfe um Norwegen bei der Be-lagerung von Fricdrichshall den Tod (1718).
1721 Rußland behielt im Frieden zu Nhstadt (1721) dievon ihm erbeuteten Ostseeprovinzen Jngermanland, Esthlandunv Finnland. Auch im Süden reichte seine Herrschaft be-reits bis zum Schwarzen Meere.