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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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desstaal aus. An dcr Spitze desselben steht der Bundes-präsident. Diese Gesetzgebung wird vorn Kongresse ausge-übt. Dieser hinwiederum wird gebildet aus dem Senat undaus den Repräsentanten. In den Senat sendet jedes Landzwei Mitglieder, die Zahl dcr Repräsentanten dagegen wirdbestimmt durch die Bevölkerungszahl der einzelnen Staaten.

13. Kulturgeschichtliches aus dem XVI.-XVIII. Jahrhundert.

^.) Künste und Wissenschaften.

1. Die Auchdruckerknnst. Bis dahin waren die wissen-schaftlichen Werte meist nur in wenigen, sehr teueren Ab-schriften vorhanden. Nur Klöster, größere Städte und Uni-versitäten waren deshalb in der Regel auch im Besitze einerBibliothek. Jetzt, nach der Erfindung der Buchdrucker-kunst, wurden die Bücher natürlich billiger erstellt. Auch dergemeine Mann konnte daher solche künftig leicht erwerbenund sich damit den Weg zur Wissenschaft bahnen.

2. Die Lateinschulen. Auch wurden infolge der wieder-erwacheuden humanistischen Studien fast in allen größerenStädten und Dörfern sogenannte Lateinschulen (eine Art Gym-nasium) gegründet. Ebenso war der ueugcgründete Jesu-itenorden hauptsächlich auf dem Gebiete dcr Schule tätig.

3. Me Universitäten. Zwischen der Mitte des vierzehntenJahrhunderts und dem Beginne der kirchlichen Spaltung wur-den in Deutschland nicht weniger als fünfzehn Universitätenerrichtet. Maximilian I., der selbst über eine wissenschaftlicheBildung verfügte, erließ an alle Kurfürsten die dringendeMahnung, in ihren Ländern Universitäten zu gründen. ImLehrkörper bildete der Kanzler das Haupt. Die Studienleiteten die Rektoren, die Verwaltung der Fakultäten bliebderen ältesten Lehrern, den Dekanen. Die Lehrer, gewöhnlichgeistlichen Standes, mußten von ihren Amtsbrüdern gewähltwerden. Die Professoren lebten mit ihren Schülern zusam-men, von deren Geldern sie gewöhnlich abhängig waren, inven der Hochschule gehörenden Häusern. Diese, Bursen ge-nannt, lieferten auch das Stammwort für den fröhlichenBurschen.

Sehr jung, fast noch im Kindesaltcr, meist zwischen demzwölften und 15- Lebensjahre bezog man die Hochschule.