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aufrührerischen Toggcnburgern den Frieden zu Norschach ge-schlossen. Unter den Segnungen dieses Friedens baute Cölcstin II.die herrliche Stiftskirche und den reichgeschmückten Bi-bliothcksaal. Ja, eben hatte Abt Beda Angchr von Hagcn-wil noch im Teucrungsjnhre 1771 seine Untertanen mit Ge-treide versehen, hatte in Norschach das Kornhaus fertig ein-gerichtet und zur Erleichterung des Verkehrs die großeStaatsstraße von Wil über St. Gallen bis Stand angelegt.
Aber mit dem Feuer seiner volkstümlichen Beredsamkeitverstand es ein einfacher Postbote, namens Künzle, aus
Goßau, trefflich, den glimmen-den Docht der Unzufriedenheitin der Alten Landschaft zu ent-fachen bis zu dem verhängnis-vollen 23. November 1795, andem Fürstabt Beda in offenerLandsgcmeinde zu Goßau densogenannten gütlichen Vertragunterzeichnete und damit derBegehrlichkeit der AufwieglerTür und Tor öffnete, indemer eben in seiner Güte undMenschenfreundlichkeit — erhieß nur der „gute Beda" —den meisten Beschwerden der-selben ein williges Gehörschenkte. In der Tat kam esdenn auch schon in den Jahren
Äbt pankratius vorster.
1796 bis 1797 daselbst auf dem Lande sowohl als in der Stadt,unmittelbar vor den Augen des Fürsten, wiederholt zu tumultu-arischen Auftritten. Freiheitsbäume wurden errichtet, heute imLoggen bürg, morgen im Rhcintal und übermorgen im Fürstcn-lande selbst. Abt Beda erlag den Leiden den 19. Mai 1796, undan seine Stelle trat Abt Pankratius Vorster von Wil, jein geborncr Regent voll Kraft und Energie. Doch umsonst! '
L. Der Stur? der alten Eidgenossenschaft, .u ,.
(1798.) ' -LUJPl-S
1. Ale Einmischung Frankreichs. Frankreich hatte in-zwischen längst sein Augenmerk auch auf die Schweiz ge-