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Präsident, fand das Mittel. König von Preußen war seit 1861Wilhelm, seit 1871 deutscher Kaiser. Durch den Friedenvon Wien 1864 kam Schleswig vorläufig unter preußische.Holstein dagegen unter österreichische Verwaltung. Bald ge-nug indessen suchte Preußen, die volle Herrschaft über beideProvinzen sich anzueignen. Österreich rüstete daher zumKriege.
Das Glück stand auf der Wage; denn die meisten deut-schen Bundcsstaaten hielten zu Österreich; dagegen standItalien aus feiten der Preußen, indem es hoffte, denÖsterreichern Venedig abzuringen.
Infolge dieser Stellungnahme Italiens mußte Österreichseine Strcitkräfte zersplittern. Bei der blutigen Schlacht beiKöniggrätz in Böhmen (3. Juli 1866) blieb der Sieg aufder Seite Preußens. Umsonst schlugen die Kaiserlichen Italienin der Landschlacht bei Custozza und in der Seeschlacht beiLissa. Im Frieden zu Prag mußte Österreich aus demDeutschen Bunde austrctcn, seine Rechte auf Schleswig-Hol-stein preisgeben, Venedig den Italienern überlassen und über-dies an Preußen 75 Millionen Franken Kriegskosten zahlen.
6- Aer Norddeutsche Wund- Preußen wurde jetzt aufeinmal die erste Macht Europas. Hannover, Kurhcsscn,Nassau, Frankfurt und Schleswig-Holstein wurden preußisch.Zudem bildeten sämtliche nord- und mitteldeutschen Staateneinen neuen, den sogenannten Norddeutschen Bund, an dessenSpitze wieder Preußen stand. Bayern, Württemberg, Badenund Hessen aber näherten sich demselben ebenfalls, indem siemit jenem wenigstens ein Schutz- und Trutzbündnis,sowie eine Zoll- und Hand e l svere inigung schlössen.
0. Österreich.
1848 1- Aas Zahl 1848- Ähnlich wie in Deutschland wurde
seit dem Wiener Vertrage auch in Österreich in alter Weisefortregiert. Von Neuerungen im Sinne erweiterter Volks-rcchte war keine Spur. Insbesondere trat diesen entgegenFürst Metternich, der damalige, fast allmächtige Ministerdes Landes, der schon den Wiener Kongreß geleitet hatte.
Um so gewaltiger schlugen daher auch hier die Wogendes Ncvolutionsjahrcs 1848 empor. Metternich mußte nach