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für Pius X. bildete ohne Zweifel der Kampf gegen den sogenann-ten Modernismus, d. h. die Hauptirrtümer der Zeit in Wortund Schrift, die namentlich gegen die Autorität der Kircheund des Papstes, auch selbst in kirchlichen und religiösen Dingensich richteten (Borromäus-Encyklica; Antimodernistcneid.)
3. Die Millionen. Gewaltige Fortschritte machte inzwi-schen das Christentum durch die Missionen besonders inAfrika und Amerika. Wie ehedem bei uns. nahmen aberauch dort die Völker mit dem christlichen Glauben in derRegel christliche Kultur, Bildung und Gesetze an.
4. Das Staatswesen. Die meisten Staaten gewährenheule ihren Angehörigen bedeutend mehr Rechte und Frei-heiten als ehedem, so in Bezug auf die Presse, das Vereins-wesen, Handel und Verkehr. Auch findet das Volk durch dieParlamente seine Vertretung in der Regierung. In denmeisten Ländern werden auch alle erwachsenen männlichenStaatsangehörigen ohne Unterschied des Standes oder derGeburt wenigstens mittelbar durch die Wahl ihrer Vertreterzu den Staatsgeschäften bcigezogen. (Allgemeines Stimm-rccht.) Dafür aber haben in der Regel auch alle, soweit sienicht durch körperliche Schwäche daran gehindert sind, ihremVaterlands als Soldat zu dienen. (Allgemeine Wehrpflicht.)
5. Die Mflege der Humanität- Für den Kriegsfallschlössen die zivilisierten Mächte 1855 die sogenannte GenferKonvention, Durch diese werden die verwundeten oderkranken Soldaten samt den zu ihrer Pflege bestimmten Per-sonen und Anstalten (Ärzte, Krankenwärter, Geistliche, Kranken-depots, Spitäler rc.) für unverletzlich (neutral) erklärt. AlsAbzeichen dient eine weiße Fahne oder Armbinde mit rotemKreuz. Auch soll das Privateigentum des besiegten Volkesnicht mehr als Beute gelten, und kein Recht bestehen, Wehr-lose ohne weiteres zu mißhandeln oder töten.
Das Rechtswesen wurde gemildert. Die Folter wurdeüberall abgeschafft. Ebenso nahm die Sklaverei in allen Kultur-staaten ein Ende.
Für den allgemeinen Wohltätigkcitssinn unsererTage zeugen die zahllosen Spitäler, Irrenhäuser, Greifen-asyle, Armenanstalten, Taubstummen- und Blindeninstitnten. s. w., welche die Gegenwart zur Linderung menschlichenElends geschaffen hat.