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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Llfenbahnsug der Gotthardbahn-Nach Phot. von Gebr. Wehrli. Kilchberg.

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wie in der Schweiz. Auch durchfurchen Dampfschiffe diemeisten unserer Seen. Telegraphen von über 20,000 Irrnund Telephone von über 25,000 iem Drahtlänge vermit-teln den Schnellverkehr.

Die Hottljardbahn. Die Schule für die modernen Gebirgsbahnenbildete die Bremierbahn, die 15 Jahre vor der Gotthardbahn dem Be-triebe übergeben wurde.

Die ersten Pläne zur Schaffung einer Alpenbahn sind noch erheblichälter als die 1861 in Angriff genommene Brennerbahn. Schon l845untersuchte der graubündnerische Ingenieur La Nicca die Pässe des Luk-manier und Spliigen auf die Möglichkeit eines Bahntrace. In einemdurch die Regierungen von Preußen, Sardinien und der Schweiz veran-laßten Gutachten vom 9. November 1851 trat der Ingenieur Koller zuersttür die Wahl des St.-Gotthard-Überganges ein. Dem ehemaligen Prä-sidenten des schweizerischen Nationalrares Dr. Alfred Escher, einem gebor-uen Zürcher, dessen Standbild vor dem Bahnhof seiner Vaterstadt sich«rhebt, gelang am 6. Dezember 1871 die Gründung der St.-Gotthard-Gesellschaft, deren Direktionspräsident er wurde.

Der Bau ist das kühne Werk des Genfers Louis Favre. 1826zu Chsne-Bourg bei Genf geboren, erlernte er das Ziminermanns-handwerk und wandte sich dann nach Frankreich, um sich als Eisenbahn-ingenieur auszubilden. Er beteiligte sich sodann an verschiedenen schmie-rigen Bahnbauten. Da wurde die Vergebung des Gotthardtunuels aus-geschrieben; er bewarb sich darum und trug über sechs Mitbewerber denSieg davon. Während die Societü Jtaliana di Lavori Pnbblici neunJahre Bauzeit verlangte, verpflichtete sich Favre am 7. August 1872,