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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Stoße aus und gingen in eine zweite Stellung zurück, vorwelcher der Angriff der Russen zum Stehen kam. Zu An-fang Oktober hinwiederum gingen Deutsche und Österreicherhier zum Gegenangriff vor und trieben die Russen bis überden Sereth zurück.

Noch zweimal wiederholte Iwanow den Versuch, durch-zudringen, das zweite Mal im Bereiche der Festungen Luzkund Dubno, das dritte Mal von Bessarabien aus im süd-östlichen Teile Galiziens, in der sog.Neujahrsschlacht"1916, jedoch wieder mit dem nämlichen Mißerfolg, wie amSereth und an der Strypa.

Ein neues Ereignis trat ein. Italien, das bis jetztneutral geblieben war, wandte sich von seinen alten Bun-desgenossen ab, und stellte sich auf die Seite Frankreichsw d seiner Verbündeten, indem es zunächst Österreich undspäter auch Deutschland den Krieg erklärte. Es war am23. Mai 1915, als Italien sich entschlossen hatte.

Das hemmte natürlich die Leistungsfähigkeit Öster-reichs an der Ostfront gewaltig, um so mehr, als Italien ohneZweifel beabsichtigte, Österreich in seinem Innern anzugreifenund auf Wien loszumarschieren.

Österreich warf seine Hauptmacht an die Jsonzofront,während die TirolerStandschützen" das Eingangstor inihre engere Heimat schützten und verteidigten. Viermalunternahm der italienische Befehlshaber Cad orna den Durch-bruch am Jsonzo. Aber wie den Russen an den Karpathen,so erging es den Italienern am Jsonzo.

Im Gegensatz zu Italien trat Bulgarien auf SeiteDeutschlands und Österreichs. Das nächste Ziel der Verbün-deten war jetzt naturgemäß die Niederwerfung Serbiens.Eine deutsch-österreichische Heeresgruppe unter der FührungMakensens ging deshalb von Ungarn aus an mehrerenStellen gleichzeitig über die Donau und über die Save undnahm Belgrad, während die Bulgaren von Osten undSüden her gegen Serbien vordrangen. Die Serben erlittendarum bald Niederlage an Niederlage, die letzte auf demAmselfelde bei Pristina an der Grenze von Montenegro.Von dort flüchteten die zerstreuten Heeresteile teils nachMontenegro, teils nach Albanien.