Buch 
Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
Seite
293
JPEG-Download
 

- 293

jedem Zugänge und jeder Zufuhr von außen zu Wasser und zuLand abzusperren, und so gewissermaßen durch dieHunger-blockade" zur Übergabe und zur Unterwerfung zu zwingen.

Im Juni >917 trafen die ersten amerikanischenTruppentransporte im Hafen von Brest ein; weitere folg-ten rasch nach. Zugleich erklärten China und einige mittel-und südamerikauische Republiken Deutschland denKrieg, was zur Folge hatte, daß auch die deutschen Han-delsbeziehungen mit den betreffenden Mächten abgebrochenwurden und erneut deutsche Schisse beschlagnahmt wurden.

Deutschland sah sich unterdessen vor. Es ging im Westennicht mehr direkt zum Angriff über, es räumte da und dortgewonnenes Gelände und zog sich langsam zurück, doch nur,um in geeigneter Lage eine neue, geschlossene, die sogenannteSiegfriedstellung" zu beziehen.

England und Frankreich dagegen drängten nachder Entscheidung, und beschlossen deshalb bereits im Früh-jahr 1917 die deutsche Linie aufs neue anzugreifen und wennmöglich zu durchbrechen, und zwar mit allen zur Verfügungstehenden Mitteln und möglichst auf der ganzen Front, d. h. imArtois, an derAisue,inderChampagneund in Flandern zugleich.

Den Anfang machten die Engländer unter GeneralHaig im Artois, indem sie vom 2.8. April die deutschenStellungen um Arras beschossen und dann mit ihren endlo-sen Jnfanteriemassen und ihren zahlreichen Tanks vorrückten.In der Tat sah sich deshalb auch der Kronprinz Ruprechtvon Bayern, der hier den Oberbefehl über die Deutschenführte, zum Rückzüge gezwungen. Bereits am 23. Aprilaber erlitten die Engländer an der gleichen Stelle eine Nie-derlage. Ebenso schlugen erneute Angriffe der Engländer am28. April, am 3. und 11. Mai fehl.

An der Aisne griffen die Franzosen, ebenfalls nach zehn-tägiger Artillerievorbereitung in einer Breiteansdehnungvon 40 Kilometern am 16. und 17. April an; konnten abereinen durchschlagenden Erfolg so wenig wie in der Cham-pagne und vor Verdun erringen.

In Flandern versuchte England vor allem Zeebrügge zunehmen, da dieses zugleich als Station für die deutschen Unter-seeboote in Betracht siel. Doch gelang es auch hier den Deutschenzweimal in mehrtägigen Schlachten den Feind abzuwehren.