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erhalten auf Kosten Deutschlands: das erstere eine ihn: sehr gelegene Grenz-reguliernng und das letztere bedeutende Länderstriche und wirtschaftlicheVorteile. Der Anschluß Deutschösterreichs an Deutschland wird vor-läufig vorbehalten. Das Saargebiet, das eine bedeutende und wert-volle Quelle der deutschen Wirtschaftserfolge darstellte, kommt unter dasProtektorat der Entente. Nach 1b Jahren wird es dann bestimmen, welchen,Staate es angehören will. Von bedeutender Höhe waren namentlichauch die Kriegskosten, die Frankreich und seine Verbündeten dem ge<schlagenen Feinde auferlegt:».
Am 20. Juli wurde der Friedeusvertrag seitens derEntente Österreich überreicht.
Den gestellten Bedingungen entnehmen wir: „Die Grenzen gegenUngarn und die Tschechen sollen so festgestellt werden, daß die Bewohnerdeutscher Zunge zu Deutschösterreich sallen. Alle Nechte an den öster-reichischen Staatsbahnen auf dem Italien zufallenden Gebiete gehen anItalien über. Das Heer ist auf 30,000 Mann zu reduzieren. Dasübrige Kriegsmaterial ist der Entente abzuliefern. Österreich anerkenntdie Schadenersatzpflicht für allen Schaden. Die Summe wird später mit-geteilt. Serbien, Rumänien usw. hat Österreich einen Teil seinesViehbestandes abzutreten; wieviel wird später gesagt. Die Flußschiffe hates den Alliierten abzutreten und betreffend dem Holz hat es der Ententeein Vorzugsrecht anzuerkennen. Österreich hat auf alle seine internationalenRechte als Staat zu verzichten usw.
Die Verhältnisse gestatteten Österreich ebenso wenig alsDeutschland, sich länger zur Wehr zu setzen. Beide nahmennotgedrungen den Frieden an.
L. Die politischen Folgen des Krieges.
Es liegt auf der Hand, daß dieser Ausgang des Kriegeszunächst auch die weitgehendsten politischen Folgen nachsich ziehen mußte.
Wir rechnen dazu die verschiedenen Gebietsabtren-nungen und Einteilungen, wie solche bereits in denWaffenstillstands- und Friedensbedingungen genannt wor-den sind.
Daß der ehemalige, so starke und einflußreiche Dreibund:Deutschland, Österreich und Italien nunmehr vollständig indie Brüche gegangen ist und kaum je wieder erwachen wird,ist ebenfalls gegeben. Dafür sind England, Frankreich undItalien zn Hauptmächten auf dem europäischen Festlandgeworden. Wer unter ihnen selbst inskünftig die führendeStellung einnehmen wird, wer kann es sagen?
Sicher ist aber auch auf jeden Fall, daß ein großer