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Aus Böhmen und einem Teil des ehemaligen König-reiches Ungarn bildete sich dietschecho --slovakische Republik.
Am 1. Dezember 1918 setzte die Skuptschina (der obersteRat) Montenegros den König ab und schloß sich Serbienan, während die elsaß-lothringische Landesversamm-ung am 8. Dezember sich für den Anschluß an Frankreichfür immer entschied und das Volk von Vorarlberg sich am11. Mai 1919 mehrheitlich (80tz^) für den Anschluß an dieSchweiz aussprach.
Aus dem bisherigen Serbien endlich wurde am 6. Ja-nuar 1919 das serbisch-kroatisch-slovakische Königreich.
Mit der Staatsumwälzung ging Hand in Hand auch dieZerbröckelung und Zerstückelung der einzelnen Gebietenach innen und außen. Die Umwälzung war auch zugleichAuflösung. So haben wir ja bereits gehört, wie die ganzeehemalige österreichisch-ungarische Monarchie auch alssolche vollständig zerrissen und gespalten wurde, zunächst in diedrei Republiken: Deutsch-Österreich, die Tschecho-Slovakeiund den ungarischen Volksstaat.
0. Die wirtschaftliche» Folge» des Krieges.
Mit den politischen verbanden sich die wirtschaftlichenFolgen des Krieges. Oft genug auch die einen durch dieandern bedingt.
Jedermann weiß: Ein Krieg kostet vor allem auch Geld,viel Geld, — und nicht nur der Krieg selbst, sondern auch be-reits die Vorbereitung und die Ausrüstung zum Kriege.Wie stiegen deswegen auch die Steuern und Abgaben speziellan den Staat und für das Militär und Militärzwecke JahrfürJahr und namentlich für einzelne Völker und Nationen,in der jüngsten Zeit geradezu ius Ungeheuerliche!
Und dazu welche Menschenmengen, welche Arbeitskräfte,welche Intelligenz, wie viele hilfreiche, mitwirkende Händeund Köpfe, wie viele Maschinen, Materialien, Hilfsmittelaller Art wurden der Arbeit, dem Erwerbe, der Produktionund damit wieder dem Volkswohle, der Gemeinsamkeit,der Volksernährung, dem Fortschritte auf allen Gebietenentzogen.
Und welcher Kastengeist hat sich dabei unwillkürlich