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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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zu besänftigen, wozu besonders wirksam das heilige Meß-opfer sei, namentlich wenn es in allen Kirchen der Welt amnämlichen Tage und in der gleichen Absicht dargebracht werde.

Deshalb verordnete der Heilige Vater, daß am L9. Juni 1918, alsoam Feste der heiligen Apostelsürsten Petrus und Paulus, alle zur tlpplieatiopro populo verpflichteten Priester die heilige Messe nach seiner Meinungdarbringen.

Auch die übrigen Welt- und Ordenspriester wurden vomHeiligen Vater gebeten, an diesem Tage bei der heiligen Messeihre Intentionen mit den seinigen zu vereinigen.So wird",schrieb der Heilige Vater,die gesamte katholische Priester-schaft im Vereine mit ihrem Oberhaupte zu jeder Stunde undan jedem Orte das heilige Opfer darbringen, und so wächstauch die Hoffnung, von der göttlichen Güte endlich zu erlan-gen, was in der Sehnsucht aller liegt:ckustitiu st pux ossulu-tas sunt".

Nicht bloß Opfer und Gebete verordnete der Papst, son-dern er erhob seine Stimme bei Fürsten und Völkern fürden Frieden, für Recht und Gerechtigkeit. So mahnte erzum gerechten Friedensschlüsse am 6. Dezember 1915 und26. Dezember, indem er zugleich ernste und schwere Klagegegen das furchtbare und entsetzliche Blutbad erhob.

In seinem Friedensaufrufe vom 1. August 1917 andie Oberhäupter der kriegführenden Staaten stellte er dieFrage:Soll die zivilisierte Welt nur noch ein Totenfeldbilden? Geht das so blühende und so ruhmreiche Europawie gepackt von einer allgemeinen Verrücktheit dem Ab-grunde entgegen? Will es Hand an sich legen, um durchSelbstmord zu enden?"

Ebenso hat der Papst in der gleichen Friedensnote dieGrundlagen angegeben, auf welchen ein gerechter unddauerhafter Friede errichtet werden kann, die stehenden Heeresollen abgeschafft, die zwischenstaatlichen Streitigkeiten durchein internationales Schiedsgericht entschieden, der wirtschaft-liche Krieg verboten, das Meer für alle Völker frei erklärtund an Stelle der Gewalt die Macht des Rechtes gestelltwerden. Kommt der Friede auf Grund dieser Prinzipienzustande, dann wird der Menschheit nach dem fürchterlichenWeltkriege eine ganz eigenartige neue Zeit erblühen...eine Zeit, in welcher die Waffen des Geistes eine Bedeutungerlangen werden wie nie zuvor., eine Zeit, in welcher die