C. Die Römer.
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b) 266—133. Die Zeit der äufseren Blüte.
Religion. Die einheimischen Kulte, schon zu Parteizwecken mifsbraucht, ver-fallen; wüste, fremde Kulte (Kybele, Bakchos) dringen ein — Be-ginn des Aberglaubens der Masse, des Unglaubens der Gebildeten(Wirkung der griech. Philosophie).
Verfassung. Die Nobilität, allmählich zur Oligarchie entartend, herrscht1. über die vor jedem Zuwachs durch Aufnahme neuer Gemeindenängstlich gehütete Bürgerschaft (Centurienreform: 5 Klassen zuje 70 Centurien; in jeder der 35 Tribus je 2 Centurien aus jederKlasse) und die schwer gedrückten italischenBundesgenossenin dem Besitz der Ämter und der Senatorenstellen, 2. überdie unterworfenen aufseritalischen Lande, die Provinzen,im Besitze der Statthalterschaften. — Entstehung einer Geld-aristokratie (Ritter, equites) neben der Ämteraristokratie.
Kultur. 1. Litteralur: a) Poesie. Nicht national, sondern auf griechischenGrundlagen erwachsen (Epos und Drama [LiviusAndronicus 240, Cn. Naevius, Q. Ennius — dieDichter von Komödien [fabulae palliatae]: T. M a c-cius Plautus und P. Terentius Afer — dieTragiker M. Pacuvius und L. Attius]).b) Prosa. Geschichtsschreibung — Annalisten (dererste Q. Fabius Pictor) — der gröfste Prosaikerder Zeit (Geschichtsschreiber und Redner) M.Porcius Cato.
2. Kunst: Vorherrschen griechischer Kunstthätigkeit in Architektur,
Skulptur, Malerei und im Kunstgewerbe.
3. Sociale Entwickelung , Handel , Gewerbe: Der Bauernstand verfällt,
bes. nach dem II. pun. Krieg. Mehrung des Pöbels inRom. Gladiatorenspiele. Reichtum und Schwelgerei derGrofsen. Der Gro/shandel (negotiatores und mercatores)und das Geldwesen (publicani) in den Händen derRömer, das Gewerbe ganz verachtet, nur durch Sklavenbetrieben.
i. 266 — 201. Die Unterwerfung des westl. Beckens
des Mittelmeers.
Vorgeschichte Karthagos.’ Karthago von Tyros aus (um 814 von Dido?) gegrün-det, bald Grofsstadt, Mittelpunkt des Handels im west-lichen Mittelmeer, legt ausgedehnte Faktoreien an, be-