Buch 
Leitfaden der Botanik : ein Hilfsbuch für den Unterricht in der Pflanzenkunde an höhern Lehranstalten : unter besonderer Berücksichtigung biologischer Verhältnisse / bearb. von Otto Schmeil
Entstehung
Seite
9
JPEG-Download
 

Audi',re Halmenfußge.wäclisc. Sauerdorn. Weiße Seerose.

9

tim (Wunde mit einer Nadel oder dergl., so schnellt es plötzlich nach innen.

Dasselbe erfolgt natürlich auch,wenn es von einem Insekt berührtwird, dasHonig saugenwill. Trifftder Beutel des zurück schnellen-den Staubblattes das saugendeTier, so wird dieses mit Blüten-staub beladen, der beim weiterenBesuche von Blüten leicht aneiner Narbe abgestreift werdenkann. Die saueren Beeren

mm

Sauerdorn.

2 . 1-Zweigstück mit Stacheln (nat. Gr.). (Sauerdorn!) locken durch leuch-

2. Blüte (nach Entfernung der vord. t elK \ eg Rot Vögel zum Verzehren

Blütenteile). Ein Staubblatt hat sich,da es berührt wurde, der Narbe ange-legt. H. Honigdrüsen (4 mal nat. Gr.).

des saftigen Fruchtfleisches herbei(s. 49, a).

3. Familie. Seerosen (Nymphaeäceae).

Die weiße Seerose (Nymphaki alba). Taf. 2.

Der stille Weiher, der schilfumkränzte Teich und derblinkende See erhalten einen gar prächtigen Schmuck, wenn

sich der Wasserspiegel mit den riesigen Blättern der Seerose bedeckt,und wenn die wunderbar zarten, rosenähnlichen Blüten der schönenPflanze (See-, Teich-, Wasserrose!) aus der Tiefe emportauchen. Aufdiesen Blättern so erzählt das Märchen schaukeln sich im Monden-scheine die Elfen und Nymphen (Nymphaea!), und unter ihnen lauertdie Nixe oder Wassermutime, um denjenigen in die Tiefe zn ziehen,der die herrlichen Blumen brechen will (Nixblume, Mummel).

1. Stamm. Der armdicke Stamm ist im schlammigen Grunde ein-gebettet. Da er durch zahlreiche tiefgehende Wurzeln fest verankertist, kann die Seerose auch langsam fließende Gewässer bewohnen. AmEnde des Stammes erheben sich die langgestielten Blüten und

2. Blätter. Solange sich die Blätter unter Wasser befinden, sinddie noch sehr zarten Blattflächen nach der Mittelrippe zn eingerollt: sobieten sie den Wellen und der Strömung eine viel kleinere Angriffsflächedar, können daher auch nicht so leicht zerrissen werden, als wenn sieausgebreitet wären. Sobald das Blatt jedoch die Wasseroberfläche er-reicht hat, breitet sich die große, herzförmige Blattfläche aus und lagertsich auf den Wasserspiegel, so daß sie Licht und Luft voll genießenkann. Je nach der Tiefe des Wassers sind daher die Stiele von. sehr

verschiedener Länge. Ins Ungemessene aber können sie natürlich nichtwachsen; denn der Pflanze steht ja nur eine gewisse Menge von Bau-

stoffen zur Verfügung. Daher vermag die Seerose nur in verhältnismäßigflachen Gewässern oder in der Uferzone tiefer Gewässer zu leben. Hat