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über Steiermark erstreckten. Die Verwaltung und die Gerichtspflegewurden in tüchtiger Weise geleitet, dem Aufblühen der Städte allerVorschub geleistet und zu diesem Ende der Stadt Enns und einigeJahre später den Städten Wien und Wiener Neustadt in einembesondern Stadtrecht eigene Rechte und Freiheiten ertheilt. DerStadt Wien schenkte er zur Hebung ihres Handels und Verkehrs50.000 Mark Silber. Kauf und Verkauf wurde durch besondere Pri-vilegien in die Hände der Bürger gelegt, fremde Kaufleute sollten nurvon ihnen kaufen und an sie verkaufen. Wien gelangte infolge dessenzu bedeutendem Umfange und der Reichthum nahm in dieser Stadt ineiner Weise zu, dass Fabelhaftes hierüber berichtet wird. Mit der Ent-wicklung von Handel und Gewerbe hielt auch der Aufschwung in denWissenschaften und Künsten gleichen Schritt. Leopold erbaute sich eineeigene Burg in der Rahe der St. Michaelskirche und versammelte daseine zahlreichen Hofbcamten und den Adel seines Landes um sich. FeineSitte und ritterlicher Glanz zeichneten seinen Hof aus, an dem es nachdem Beispiel jener Zeit auch nicht an Dichtern fehlen durfte. Für dieErweiterung seiner Herrschaft sorgte Leopold durch den Ankauf zahlreicherGüter in Kram, wodurch er die Herrschaft Österreichs über dieseMark anbahnte. Als er starb, schrieb Papst Honorius III tröstend auseine Witwe: „Wir haben ihn geliebt mit besonderer Neigung, dennwir haben ihn nicht bloß nach Gründen der Wahrscheinlichkeit, sonderndurch Erfahrung gegen uns und die römische Kirche treu und gehorsamgefunden, weshalb wir ein solches Vertrauen auf seine Redlichkeitsetzten, dass wir in den Geschäften des Friedens seinen Rath gehörtund seine Wünsche berücksichtigt haben."
14. Kaiser Friedrich II (geb. 1194 s 1250>.
(Die Ingen- Friedrichs.) Friedrich 11, der Sohn des deutschenKaisers Heinrich VI (1190—1197) aus dem Hause Hohcnstaufcn,der durch die Heirat mit der Erbin des Königreichs beider Siciliendie Herrschaft über dasselbe erlangt hatte, wurde in Jesi in Italiengeboren. Bei seiner Geburt winkte ihm die Aussicht auf eine glänzendeStellung, da ihn die deutschen Fürsten in der Wiege als ihren künftigenKönig anerkannten, aber dieselbe verschlimmerte sich, als er im Altervon zwei Jahren seinen Vater verlor und die deutschen Fürsten uncin-gedenk ihrer eingegangenen Verpflichtung an die Wahl eines neuenKönigs giengen. Seine Herrschaft beschränkte sich demnach auf seinErdreich Neapel und Sicilien, aber auch hier wurde sie von den unbot-mäßigen Baronen angefochten. Großjährig geworden wurde er ihrer