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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Bächtold ; neubearbeitet von Otto v. Greyerz. 1. Band / Untere Stufe
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Der Bauer und sein Sohn.

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gar keck zum Reitknecht hin:Das Roß ist meines Vaters Roß,daß Zhr's nur wißt!" Da lachte alles Volk laut auf; der Brauneaber wieherte dreimal vor Freuden und strich mit seinem Kopf anFrieders Achsel auf und nieder; dies alles sah und hörte die Königinvom Fenster hoch verwundert und sagt' es gleich ihrem Gemahl. Der-selbe läßt den Ziegenbuben rufen, und dieser tritt bescheidentlich, dochmunter, in den Saal, mit Backen rosenrot, und war er auch sonstein sauberer Bursche mit lachenden Augen, ging aber barfuß. Red'tihn der König an:Du sagtest ja, das schöne Pferd da unten wär'deines Vaters, nicht?"Und ist auch wahr, Herr, mit Respekt zumelden!"Wie willst du das beweisen, Bursch?"Ich will es wohl,wenn Jhr's vergönnt. Den Reitknecht hört' ich rühmen, das Roßließe niemand aufsitzen, außer die Königin, der eS gehöre. Nun solltIhr aber sehen, ob mir's nicht stille hält und nachläuft, wenn ich ihmHansel rufe; darnach mögt Ihr dann richten, ob ich die Wahrheitsprach." Der König schwieg ein Weilchen, sprach dann zu einemseiner Leute:Bringt mir drei wackre Männer aus der Gemeine her,damit wir hören, was sie dem Knaben zeugen!" Als nun die Männerkamen und über das Pferd gefragt wurden, so fiel ihr Ausspruchnicht zu Frieders Gunsten aus. Da tät der Knabe seinen Mundselbst auf und hub an, treu und einfältig die Geschichte vom Engelzu erzählen, wie er den Hansel entführte, auch wie er ihm unlängstwieder erschienen sei und ihm die unsichtbare Wiese gezeigt habe,welche den Hansel so stattlich gemacht. Darüber waren freilich dieAnwesenden hoch erstaunt; etliche blickten schelmisch; allein die Königinsagte:Gewiß, das ist ein frommer Sohn und steht ihm die Wahr-heit an der Stirn geschrieben." Der König selber schien dem Bubenwohlgesinnt; doch, weil er guter Laune war, sprach er:Das Prob-stück wollen wir ihm nicht erlassen." Hiermit rief er den Friederan ein Seitenfenster, das nach dem Freien ging auf einen Gras-platz, weit und flach; in dessen Mitte stund ein großer Nußbaum,wohl hundert Schritt vom Haus; es lag aber alles dicht überschnell,denn es im Christmond war.Du siehst", sagte der König,diegroße Wiese hier."O ja, warum denn nicht", rief ein Hofmann,des Königs Spaßmacher, halblaut dazwischen;es ist zwar eine vonden unsichtbaren; denn sie ist über und über mit Schnee zugedeckt."Die Hosleute lachten, der König aber sprach zum Knaben:Laß dichein loses Maul nicht irren! Schau, du sollst mir auf dem Hanseleinen Ring rund um den Nußbaum in den Schnee hier reiten, undwenn es gut abläuft, soll aller Boden innerhalb des Ringes deineigen sein!" Da freuten sich die Schranzen, meinend, es gäbe einenrechten Schnack; der Frieder wurde aber so freundlich, daß er die