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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Bächtold ; neubearbeitet von Otto v. Greyerz. 1. Band / Untere Stufe
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Heimelig! Zyte.

II.

Ostern.

„Grüeni Wiehnecht, wyßi Öftere!" heißt's i de Bureregel, undme hätt selle meine, 's ward si erwohre hür wider einist! Es istzwar e spoti Öftere g'sy, erst gäge Mitti Aberölle, und zäntume hed's jo scho halbschuehöchs Gras g'ha, und no höchers; do hed dädonnstigs Aberölle wider einist rächt die bös Syte füre g'chehrt: AmMittwuche nohmittag hed's halt ag'fange chüze/ wie-n im Hornig,bis z'Nacht; do hed's afo uftue, vom Byswind, und es ist ganz glänzworde. Guet Nacht, Chriesibluest, ade Blüemli und Gresli! DäChardonnstig het de Bure grüsli angst g'macht: Aszäpfli sind a deBäume g'hanget, de g'frornig Schnee hed 's Gras z'Bode drückt;chalt und uheimelig isch' g'sy. D'Söubluemechöpf sind halb zue g'syund umeg'chrümmt, d'Chleeblettli händ si z'sämeg'leid g'ha; alles hedgrüsli trurig dryg'luegt und am trurigste d'Lüt. Das ist e Char-wuche g'sy! JesseS und Mareije! Mängs Burli hed bi-n em selberdänkt: „Jo, jo! me g'sehd, aß de Heiland g'storben ist! Kes Heumeh und dnsse Schnee! Was müe' mer au afoh?" — De Charfrytigist no truriger g'sy; still, grüsli still! D'Vögel, d'Ninderstore, woscho cho g'sy sind, händ umeg'chluderet^ und sind schier Hungers »er-fröre. Bom Chilefürzcihib use hed mer nüd g'hört, weder d'Raffle,wenn almig wider e Psaltner^ a'gangen ist. De ganz Tag sind schwarz-g'chleidtnig Lüt gäg de Chile und vo de Chile g'losfe, still, trurig, undhänd d'Chöpf lo hange, wie die yg'frorne Blueme. Au d'Sekundar-schüeler händ hüt ihres Lärme, Bosgen und Fürtüfelabloh lo sy.Juged hed sust kei Tuged; aber ietz händ sie doch au Resung^ ag'noh.Es hed si aber au g'hört; nid wäge de Chelti, aber wäge der Char-wnchezyt!

Am Samstig z'mittag ist d'Sunne cho, noh und noh ist deSchnee ewägg 'gange, d'Stroße händ 'trochnet, 's Gras ist ufg'stande,'s ist wermer worde dussen und wermer dinnen im Härz vo deLüte — d'Hoffnig ist cho! Und uf einist hed's halt ag'fange lütemit allne Glogge: „Öftere, Öftere! Christus ist erstände!"

's Asch ist vergange g'sy, prächtigs Wetter ist cho; de Früeh-lig ist do g'sy! Alles hed ietz g'juzget, g'sunge, Laub 'blose drunderund drüber; d'Buechfinke händ trilleret, d'Ninderstore händ g'fäckletund g'schnädderet was d'gist, was d'hest. Im Tobel hinde händd'Spächte g'hämmeret a denen alte, chrankne Bueche, und de Gugger

' schneie», stürmen; ' vor Frost schlotternd herumgesessen; ^ Kircheit»vorhalle; ^ die drei Rosenkränze hintereinander gebetet; ° Räson, Vernunft.