Geisterbesuch auf dem Feldberg. — Die Häfnet-Jungfrau. sgZ
Bhüet di Gott und halt di wohl!" Druf sagt: „Her Engel!
Bhüet di Gott der Her, und zürn nüt! Wenn de in d'Stadt chunnschl65 In der heilige Zit, se bsuech mi, 's soll mer en Ehr sy!
's stöhn der Rosinli z'Dienst und Hypokras, wenn er di animmt.D'Sternelnft isch ran, absnnderlig nebe der Birsig."
Drüber graut der Tag, und richtig chummi go Todtnau,
Und gang wider Basel zue im lieblige Schatte.
170 Woni an Mambach chumm, se trage fi 's Meiddeli use,
Mitem heilige Chrüüz und mit der verblichene Fahne,
Mitem Chranz am Totebaum und brieggen und schluchze.
Hcnt der's denn nit g'hört! Er will's jo wecke, wenn's Zit isch.
Und am Zistig druf, se chummi wider zum Vetter;
175 D'Tubakdose hani richtig näume lo lige.
66. Die Häfnet-Jungfrau.
Von Johann Peter Hebel.
Vetter, wo simmer doch echterst? Bald glaubi, mer feige verirret.
's schlacht kei Uhr, me hört ke Guhl, es lüütet ke Glocke;
Wo me lost und wo me luegt, se sinkt me ke Fueßtritt.
Chömmet do das Wegli ab! Es isch mer, mer feige5 Nümme wit vom Häfnet-Bugg. Sust grnset's mer, wenniDrüber mueß! jez wäri froh! Der Sunne no möcht eSSchier gar Zehni sy. Sel wär kei Fehler, mer chämeAlliwil no zitli gnueg go Steine bis Mittag. —
Geltet, was hani gseit! Gottlob, da simmer am Häfnet,
10 Und jez weißt Weg und Steg. Der hent doch au betet
Hütte früej, will's Gott, und hentich gwäschen und d'Hoor gstrehltMitem Richter? Mengmol müen au d'Finger der Dienst tue,
Und der sehnt mer schier so us. Je, Vetter, i warnich!
Wemmer bim Brünne sin, me würdich Wäschen und strehle. —
15 's stoht im Wisetal und in den einseme Matte
No ne Hus, me seit em numme 's Steinemer Schlößli.
's tuet de Hamberchslüten und 's tuet de Buure, wo gfront hen,
Bis es gstanden isch mit sinc Stapften am Gibel,
Au kei Zahn me weh. Doch lige si rüeihig im Bode,
20 D'Häfnet Jumpfere nit, wo vor undenkliche ZiteIn dem Schlößli ghuset het mit Vater und Mueter.
's isch e Zwingherr gsy und 's het des Frones kei End gha,
Bald ufs Tribe, bald zum Bauen oder an Acker,
Z'Nacht zum Hüeten ins Feld; und het der Zwingherr und d'Zwingfrau25 Nüt meh gwüßt, isch d'Tochter cho, ne zimpferig Dingli,
Miteme Zuckergsicht und marzipanene Hälsli.
Bald het ein go Basel müeßen oder no witers,
Salbe hole, das uns deis zum Wäschen und Strehle,
Mchtold, L-l-lmch r. 13