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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Bächtold ; neubearbeitet von Otto v. Greyerz. 1. Band / Untere Stufe
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Der alte Bettler.

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Da bin ich ganz allein zurückgeblieben;

Bald war ich um mein kleines Erb' geprellt;

Weiß nicht, wie weit sie drüben es getrieben:

Ich würd' ein Hauptmann in der Bettler Welt!

4. Denn weder Not noch Mühsal konnten scheidenMich von den Marken meines Vaterlands;

Wer will mich zwingen, seinen Schoß zu meiden,

Zu missen seiner Ströine blauen Glanz?

Hier will ich wandeln, wo ich bin geboren,

Und sei's auch in zerriss'nen Bettlerschuh'n!

Ging drob die Bürgerehre rnir verloren,

Ich will und muß bei meinen Vatern ruhn!

5. Dich sollt' ich fliehen, trautes Netz der Wege,Daran auch ich mit fleiß'gen Füßen spann,

Und dich, Gebirg, wo ich des Abgrunds StegeFast mit verbund'nem Aug' beschreiten kann?

Wo ich den Fuchs und seinen Vater kenneUnd jeden Stamm im dunklen Forst gezähltUnd jede Trift bei ihrem Namen nenne

Den Boden, wo mir nie ein Tritt gefehlt?

6. O gute Scholle meiner Heimaterde,

Wie kriech' ich gern in deinen warmen Schoß!

Mir ahnet schon, wie sanft ich ruhen werde,

Vom Kau'n des Brots und allem Jrrsal loS!

Wie will ich meine müden Beine strecken,

Wegwerfend meines Elends dürren Stab,

Wie langhin mich von West nach Osten recken,

Als lag' ich stolz in eines Königs Grab!

7. Doch spinnt sich weiter meiner Seele Leben,

So möge sie im leichten Nebelkleid,

So leicht, wie Luft, dies laute Volk umschweben,Noch immer treu in Freude, Zorn und Leid!

Möcht' meine Seligkeit darin bestehen,

Einst seines letzten Bettlers Geist zu sein,

Zufrieden, still und müßig umzugehenIn seines Glückes Hellem Sonnenschein!