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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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Westen, den Libanon im Norden, die syrische und arabische Wüste imOsten und Süden von andern Ländern abgesondert. Unter seinen Bergenragen der weit in das Meer hinaustretende Karmel, der kegelförmigeTabor und der waldige Garizim als die bemerkenswertesten hervor,und zwei Gebirgsketten fassen das tiefe, heiße Thal ein, welches der Jor-dan durchströmt. Dieser Fluß entsteht am Hermon, dem höchsten,schneebedeckten Gipfel des Antilibanon, richtet sich nach Süden und er-gießt sich, nachdem er den schönen, fischreichen See Genezäreth (Seevon Tiberias, galiläisches Meer) gebildet, in das tief (400 Mtr.) unterdem Spiegel des Mittelmeeres gelegene, schauerliche Tote Meer, andessen Stelle früher das Thal Siddim mit den Städten Sodom und Go-morra lag. Jetzt verödet, hatte das Land zwar auch im Altertum seineWüsten, war aber größtenteils höchst ergiebig: es brachte Getreide, Wein,Öl, Feigen, Granatäpfel, Datteln, Balsam, und wegen seines Reichtumsan Honig und der zahlreichen Herden auf seinen Weideplätzen hieß esein Land, „darinnen Milch und Honig fleußt". Nach der Besitznahme durchJosua (8 11), wurde es eingeteilt in zwölf Stämme, darauf (§ 13)in die beiden Reiche Juda und Israel, endlich in die vier ProvinzenJudäa, Samarka, G aliläa (sämtlich auf der Westseite des Jordan),und Peräa (östlich vom Jordan). Die wichtigsten Städte waren: inJudäa Jerusalem (die Hauptstadt mit der Davidsburg auf Zion, demTempel Salomos auf Monah), ferner Bethlehem, Jericho (die Palmen-stadt) und Hebron; in Samaria Sichem und Samaria; in Galiläa Naza-reth und Kapernauin.

Nachbarvölker der Jsraeliten: 1. die Philister, im Südwesten Kanaansam Mittelmeer mit den Städten Gaza, Askälon, Asdod; 2. die Amalekiter, süd-westlich vom Toten Meere, Nachbarn und Brüder der 3. Edomiter, auf demGebirge (Seir) zwischen dem Toten Meere und der Nordostspitze des Roten Meeres(dem älanitischen Meerbusen); 4. die Midi« niter, südöstlich von jenen am RotenMeere; 5. die Moabiter, östlich vom Toten Meere; 6. die Ammoniter, nord-östlich von den Moabitern.

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Die Erzvater.

Wir können das Volk Israel, wie kein anderes, von seinem erstenEntstehen aus der Familie an verfolgen. Abraham, sein Stammvater,— um 2000 v. Chr. — zog mit seinem Vater Tharah, der vom Ge-schlechte Sems war, aus Ur in Chaldäa nach Mesopotamien und nachTharahs Tode auf Gottes Befehl weiter in das Land Kanaan. Dort,