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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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zahl nach dem Götzendienste; einige aber, vorzüglich Hisktas und Jo-stas, hielten fest am Dienste des lebendigen Gottes. Ihnen zur Seiteals Säulen der Jehovareligion standen die Propheten Jesaias und Jere-mias. Jener, der größte Seher, dessen erleuchteter Blick aus der Not undDunkelheit der Zeit hinüberreicht in die Zukunft, wo der Menschheit imMessias, dem ewigen Friedefürsten, Licht und Heil aufgehen werde,stärkte durch seinen tröstenden Zuspruch den Hisktas, als der KönigSanhörib von Assyrien in sein Reich eingefallen war und Jerusalemumlagerte. Und wirklich mußte der Feind infolge einer in seinem Heereplötzlich ausgebrochenen Seuche (Sage von den Feldmäusen; 8 5, 8, 2)eiligst den Rückzug antreten. Noch ein Jahrhundert bestand das Reich,mannigfach bedrängt von seinen mächtigeren Nachbarn. Der fromme KönigIostas, welcher, von Jeremias unterstützt, das Volk von neuem auf dasGesetz Mosis feierlich verpflichtete, verlor Schlacht und Leben (bei Megiddo,608) gegen den Pharao Necho von Ägypten (8 3, 6, 3). Darauf er-schien der Babylonier Ntbukadnezar, der den Necho bei Circestum besiegthatte (8 5, 8, 3), machte das Land zinspflichtig und zerstörte endlich, alsder letzte König, Zedektas, sich seiner Oberherrschaft wieder zu entziehensuchte, die Stadt Jerusalem. Der Tempel Salomos wurde ver-brannt, der (geblendete) König und der Kem der Bevölkerung in diebabylonische Gefangenschaft geführt 586 (8 5, 8,3). Der Pro-phet Jeremias überlebte den Untergang Judas und beweinte in ergreifen-denKlageliedern" den Fall der heiligen Stadt.

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Die babylonische Gefangenschaft und die Herrschaftder Perser.

1. Die Zeit der Gefangenschaft, welche von ihrem ersten Beginn biszu ihrem Ende stebenzig Jahre (606536) währte, diente dem Volkedazu, daß es inmitten seiner heidnischen Umgebung desto treuer wurde imDienste des einigen Gottes. Auch standen noch Propheten unter ihm auf,die es trösteten, wenn esan den Wassern Babels saß und weinend anZion gedachte". So Ezcchicl, so Daniel. Der letztere, welcher bei denbabylonischen Königen in hoher» Airsehen war, erlebte noch rnit dein Sturzevon deren Reich (8 5, 8, 3) die Befreiung seines Volkes.

2. Der Gründer der persischen Herrschaft, Cyrus (Kor es), gestattetenach der Einnahme Babylons den Jsraeliten welche seit dieser Zeitden Namen Juden erhielten die Rückkehr in ihr Land. Manche