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sich von den Pelasgern durch ihre bewegliche, auf Kampf und Beutegehende Lebensrichtung unterschieden. Als Stammvater der Hellenen nenntdie Sage Deukalions Sohn Hellen. Von Hellens (sagenhaften)Söhnen Äolus und Dorus und von seinen Enkeln Ion und Achäuswurden die vier Stämme hergeleitet, in welche das Volk zerfiel:
die Äolier in Nordgriechenland und im westlichen Hellas;
die Dort er in Doris und Kreta;
die Jonier in Attika und auf der Nordküste des Peloponnes (späterAchaia);
die Achäer im Peloponnes.
In der ältesten Zeit, der Sagenperiode, sind die Achäer und Äolier diemächtigsten und berühmtesten Stämme, in der geschichtlichen Zeit dagegen tretensie gegen die beiden andern, die Dorier und Jonier, ganz zurück.
2. Auch von Einwanderungen aus dem Orient, insbesondere vonAnsiedelungen der Phönizier (Z 7, 1), wird berichtet. Im 16.und 15. Jahrhundert kamen, der Sage nach, als Gründer geselliger Ord-nung und Gesittung:
Cekrops aus Ägypten nach Attika (Burg Cekropia); nach der älterenGestalt der Sage war Cekrops Autochthone;
Kadmus aus Phönizien nach Böotien (Burg Kadmea zu Theben,Buchstabenschrift);
Danäus aus Ägypten nach Argos (die Danaiden);
Pelops (Sohn des Tantälus) aus Phrygien nach dem Peloponnes(Insel des Pelops). Von Pelops (dem Vater des Atreus und Thyestes)stammen Agamemnon und Menelaus (s. trojan. Krieg § 17).
8 17.
Das Heldenzeitalter.
Vor den Beginn der geschichtlichen Zeit stellt die Sage eine Reihevon Helden (Heroen), welche, größtenteils von Göttern abstammend,durch Thaten übermenschlicher Kraft und großartige Unternehmungen be-rühmt geworden sind. Unter ihnen ragen hervor als einzelne HauptheldenHerkules (Heräkles), der Stammheros der Dorier, und Tkeseus.der Stammheros der Jonier, insbesondere der Athener. (Neben diesenbemerkenswert die Helden: Perseus, Bellerophontes, Meleäger).Gemeinsame Heerfahrten vieler Helden waren:
1. der Argonautenzug (um 1250),
2. der Krieg der Sieben gegen Theben (um 1225) und
3. der trojanische Krieg 1194—1184 v. Chr.
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