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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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Thebens wieder her (379). Die Einfälle der Spartaner in Böotienwurden durch des Epaminonöas glänzenden Sieg bei Leuktra 371(schräge Schlachtordnung, die heilige Schar unter Pelopidas) zurück-gewiesen.

EpaminondaS, aus edler, aber armer Familie stammend in den Wissen-schaften gebildet, in jeder geistigen und körperlichen Fertigkeit Meister einfachund mäßig uneigennützig durch persisches Gold nicht zu erkaufen trotzseiner Dürftigkeit (der einzige Mantel) gewissenhaft bei Verwaltung vonÄmtern eng befreundet mit dem reichen und vornehmen Pelopidas.

EpaminondaS drang darauf in den Peloponnes ein und rückte bisvor Sparta (wo die Frauen noch nie den Rauch eines feindlichen Lager-feuers gesehen hatten). Zwar wurde die Stadt durch die geschickte Ver-teidigung des Agesiläus gerettet; doch befreite EpaminondaS Messenienvon Spartas Herrschaft (Gründung der Stadt Messens am Fuße desIthomegebirges) und förderte die Selbständigkeit und Einigung Arkadiens(durch Erbauung der neuen Hauptstadt Megalopölis). Auf einem spä-teren (4ten) Zuge nach dem Peloponnes bedrohte er abermals die StadtSparta, vermochte sie aber nicht zu bezwingen, worauf er, nach Arkadienzurückkehrend, in der Schlacht bei Mantinea 362 siegte und fiel. Schonvorher war Pelopidas (im Kampfe gegen den Tyrannen Alexander vonPherä in Thessalien) geblieben. Mit diesen beiden Männern erlosch The-bens kurze Glanzzeit und bei der allgemeinen Erschöpfung gewann keingriechischer Staat seitdem die Hegemonie wieder.

Dagegen gelang es nun einer auswärtigen Macht, entscheidendenEinfluß auf das Geschick des durch innere Zwietracht tief herabgekommenenGriechenvolkes zu gewinnen. Diese Macht war Macedonien.

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König Philipp von Macedonien und der Untergangder Unabhängigkeit Griechenlands.

1. Macedonien und seine Könige. Von dem nördlichenGriechenland durch das kambunische Gebirge geschieden, war Mace-donien (§ 15, 2, 3) ein mäßig ausgedehntes (1200 Q.-M.), wenigfruchtbares Land, in dessen Bevölkerung griechische und barbarische Elementesich vereinigten, sodaßdie Frage ist, ob die Macedonier mehr für bar-barisierte Hellenen oder für hellenisierte Barbaren zu gelten haben". DieKönige des Landes, welche anfänglich zu Ägä, später zu Pella resi-dierten, gehörten nach der Sage einem aus Argos eingewanderten Ge-