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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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zerstört (348). Dann mischte sich Philipp, mit Theben verbündet, inden zerrüttend fortdauernden phozischen Krieg von neuem ein, schlug,durch die Thermopylen vorrückend, die Phozier zu Boden und ließ sichan deren Stelle in den Amphiktionenrat aufnehmen, dessen Leitung ihmzufiel. Hiermit faßte er festen Fuß im Herzen Griechenlands.

5. Griechenlands Fall. Die Erfolge Philipps wurden nament-lich gefördert durch die Parteikämpfe in Athen, welche die Kräftedieses Staates lahmten. Dem die Pläne des schlauen Macedoniers ingewaltigen Reden bekämpfenden Demosthenes traten dort teils von Philippbestochene Verräter (ein Esel mit Gold beladen kann jede Mauer über-steigen"), wie der Redner Äschknes, teils Männer wie der redlichePhoclon entgegen, welche an der Möglichkeit eines nachhaltigen Wider-standes gegen die makedonische Macht verzweifelten. Als die Lokrervon Amphissa (wie früher die Phozier) sich Teile des delphischenTempellandes angeeignet hatten, bewog Äschmes als athenischer Gesandterdie Amphiktionen zum Kriege gegen die Lokrer zweiter heiligerKrieg, in welchem wieder Philipp den Oberbefehl erhielt. Dieserkam init einem starken Heere durch den Thermopylenpaß und ließ durchBesetzung der wichtigen Stadt Elatea (in Phozis) keinen Zweifel mehr,daß er auf die Unterwerfung Griechenlands ausgehe. Zwar brachte nunDemostlMes ein Bündnis zwischen Athen und Theben zustande, und einzahlreiches Heer der Verbündeten nickte Philipp entgegen, wurde aber inder Schlacht bei Chäronea 338 entscheidend geschlagen. So kam Griechen-land unter macedonische Herrschaft.

Hierauf rüstete sich Philipp alsOberfeldherr der Griechen" zu einemFeldzuge gegen die Perser. Da wurde er 336 bei dem Hochzeitsseste seinerTochter von einem Hauptmann seiner Leibwache (Pausanias) ermordet.Ihm folgte auf dem Throne sein Sohn Alexander.

Dritte Periode.

Aas macedonische Zeitalter.

8 30.

Alexander der Grofze 336323.

I. Alexanders Jugend und erste Thaten.

Alexander, geboren 356 in der Nacht, da Herosträtus den Tempelder ArtLmis zu Ephesus verbrannte, als Knabe schon voll Ruhmbegierde,