59
land) und Egbatäna die Mittelpunkte des Perserreiches mit unermeß-lichen Schätzen, während Darms auf der Flucht nach den nordöstlichenLändern seines Reiches von Bessus, dem Satrapen von Baktrien, er-mordet wurde. Die östlichen Provinzen unterwarfen sich nach des KönigsTode um so leichter dem Sieger, der durch Annahme persischer Sittenund Gebräuche und milde Schonung altherkömmlicher Einrichtungen dieneuen Unterthanen mit seiner Herrschaft zu befreunden wußte.
4. Dann zog er gen Norden über das Gebirge (Paropannsus oderHindukuh) nach Baktrien, überschritt den Oxusfluß, nahm den Mörderdes Darms, der sich den Königstitel angemaßt hatte, gefangen und ließihn kreuzigen. Gegen die Scythen drang er selbst über den Jaxartes vor,den er zur nördlichen Grenze seines Reiches machte. Unterdessen zeigtesich bei den Macedomern und Griechen Unzufriedenheit mit den Ehren-bezeugungen (Kniebeugung), welche er als Nachfolger der Perserkönigeforderte: der Feldherr Philötas und dessen Vater, der alte Par-menio, wurden wegen Mitwissenschaft um eine Verschwörung gegen desKönigs Leben hingerichtet, Klitus von Alexander selbst bei einem Gelage(zu Marakanda) ermordet.
III. Alexanders Zug nach Indien und Tod.
1. In der Meinung, die (nähergeglaubte) Ostküste Asiens bald er-reichen zu können, trat Alexander mit einem neugeschaffenen Heere, inwelchem die Macedonier nur noch den Kern bildeten, 327 den Zug nachIndien an, überschritt den Indus und dessen Nebenflüsse Hydaspes(wo er den König Porus mit dessen Kriegselefanten besiegte und unter-warf), Aceslnes und Hydraötes und gelangte unter beständigenKämpfen bis zum Hyphäsis, dem östlichen Grenzflüsse des Pendschab.
2. Dort sah er sich durch eine Empörung des Heeres zum Rückmärschegenötigt. Er zog südlich den Hydaspes und Aceslnes hinab und fuhr dannauf dem Indus, an dessen Ufern er Grenzfestungen anlegte, bis an dasindische Meer. Während darauf Nearchus mit der Flotte den Seewegvon der Jndusmündung nach dem Euphrat westwärts antrat, führte derKönig selbst den übrigen Teil des Heeres zu Lande (60tägiger Marschdurch die Wüste von Gedrosien rc.) nach Persien zurück.
3. In Susa vermählte er sich mit des Darms Tochter und gabvielen seiner griechischen Feldherren und Krieger Perserinnen zu Frauen,indem er bemüht war, persisches und griechisches Wesen zu einem Ganzenzu vereinigen. Doch während er für die Gestaltung des Reiches sorgteund neue Kriegszüge (nach Arabien) vorbereitete, starb er, nicht lange