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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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Milet, einem der sogenannten sieben Weisen, und besonders in Pytha-göras von Samos, der um 540 v. Chr. in Unteritalien den berühmtenpythagoräischen Bund gründete. Später artete die Philosophie aus durchdie Sophisten, welche durch eitle Scheinweisheit den Glauben desVolkes antasteten und die Sittlichkeit untergruben. Ihnen entgegen wirkteSokrätes (Z 27), der als die wichtigste Aufgabe der Wahrheitsforschungdie Selbsterkenntnis bezeichnete und keine Weisheit gelten ließ, die nichtmit der Tugend verbunden war. Von mehreren seiner Schüler wurdenbesondere philosophische Schulen gegründet. Der bedeutendste unter ihnen,Platon, und dessen Schüler Aristoteles sind durch ihre Schriften Lehreraller Zeiten geworden. Auch nach dem Verluste seiner Selbständigkeitblieb Griechenland, namentlich Athen, der Hauptsitz der Philosophie, wieder höheren Bildung überhaupt, wenn auch die späteren Weisheitslehrer(wie die Stoiker und Epikuräer u. a.) ihre Vorgänger nicht er-reichten.

Die Geschichtschreibung nahm mit den großen Thaten der Perser-kriege einen höheren Aufschwung zuerst durch Herödol aus Halikarnaß,den Vater der Geschichte, der vornehmlich jenen denkwürdigen Kampfzwischen den Griechen und den Persern in lieblichster Einfalt erzählt. Ihnübertraf an Kunst der Darstellung Thucydides von Athen, der in seinerSchilderung des peloponnesischen Krieges das größte historische Meisterwerkdes Altertums schuf. Unter den folgenden Geschichtschreibern ist nament-lich des Sokrätes Schüler Xenophon zu bemerken.

Die übrigen Wissenschaften fingen erst später an, sich zu ent-wickeln. Hippokrätes zur Zeit des peloponnesischen Krieges bildetezuerst die Medizin, Aristoteles die Naturbeschreib ung wissenschaftlichaus. Weiter gefördert wurden die Wissenschaften im makedonischen Zeit-alter besonders zu Alexandria, wo unter den ersten Ptolemäern nament-lich die grammatischen und die mathematischen Wissenschaften(Geometrie, Astronomie, Mechanik rc. rc.) Pflege fanden; HauptvertreterEuklides (zu Alexandria) und ArchimLdes (zu Syräkus 212).

3. Gewerbfleitz und Handel entwickelten sich am lebhaftesten in denam Meere gelegenen Staaten. Von den Erzeugnissen des Gewerb-fleißes waren berühmt die Wollenzeuge von Milet, die Metallarbeitenvon Sicyon, die Teppiche von Samos und Korinth; Dreifüße, Leuchter,Spangen, Waffen, Töpferzeug, Kunstwerke aus Metall, Marmor, Thonund Holz, Putzsachen und Salben lieferten vorzüglich Korinth, Ägina undAthen. Diese Fabrikate waren nebst den mannigfaltigen Naturprodukten,welche das Land und seine Kolonieen gewährten, zugleich Gegenstände des