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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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I. Die fünf ersten Könige und die älteste Verfassung.

Von den fünf ersten Königen Roms wird folgendes erzählt:

1. Roinulus vergrößerte schnell die neue Stadt, indem er Verbanntm,Landesflüchtigen, selbst Verbrechern Aufnahme gewährte. Die Sa-lb in er, nach dem Raube ihrer Töchter Rom bekriegend (Verrat derTarpeja), vereinigten sich mit den Römern zu einem Staate: ihrKönig Titus Tatius wurde Mitregent, der quirinalische Hügelbebaut, die Königswürde sollte künftig zwischen Römern und Sabinemabwechseln. Der kriegerische Romulus (der nach des Tatius Todewieder allein herrschte) wurde während eines Unwetters zu denGöttern entrückt und unter dem Namen Quirrnus göttlicher Ver-ehrung teilhaftig. Nach einjähriger Zwischenregierung durch denSenat wurde zum Könige gewählt

2. Numa Pompilius, ein Sabiner. Er ordnete (nach den Eingebungender Göttin Egeria) den Gottesdienst und die Priestertümer und er-baute denIanu Stempel, der während seiner milden und friedlichenRegierung geschloffen blieb.

Die Leitung des Götterdienstes hatten Priester, an deren Spitze der Ober-Priester (Pontifex Maximus) stand. Unter ihnen besonders einflußreich dieAugurn, denen es oblag, bei wichtigen Gelegenheiten aus dem Fluge, demGeschrei oder dem Fressen der Vogel den Willen der Götter zu deuten. DieHarusptces weissagten aus den Eingeweiden der Opfertiere; die (4) vesta-lischen Jungfrauen hüteten das Feuer im Tempel der Göttin Vesta.

Tullus Hostilius, ein Römer, unterwarf nach dem Zweikampfe der3 Horatier mit den 3 Curiatiern die Albaner, ließ ihrenverräterischen Anführer Mettus Fuffetius (nach dem Kampfegegen Fidenä) hinrichten, zerstörte die Stadt Alba und verpflanzteihre Bewohner (aus den Mischen Hügel) nach Rom.

4. Aucus Marcius, ein Sabiner, Enkel des Numa und friedliebendwie dieser, hatte doch gegen mehrere latinische Städte zu kämpfen,deren Einwohner er nach Rom (auf den aventinischen Hügel) versetzte.Er gründete die Hafenstadt Ostia.

8. Tarquinius Priscus (der Alte), aus der etruskischen Stadt Tar-quinii in Rom eingewandert, wurde von dem sterbenden Ancus zumVormunde seiner Söhne bestellt, aber nach dessen Tode selbst zumKönige gewählt. Er dehnte durch glückliche Kriege das römische Ge-biet weiter aus, erbaute die Kloaken (unterirdische Kanäle) undlegte (zwischen dem Palatinus und Capitolinus) das F o r u m (Markt-platz) und (zwischen dem Palatinus und Aventinus) den Cirkus