Zweite Periode.
Aom als Hlepubkik 510—30 v. ßhr.
I. Kämpfe zwischen den Patriziern und Plebejern; Unterwerfungvon Mittel- und Unteritalien.
(Von der Vertreibung der Könige bis zum ersten punischen
Kriege 510-264.)
8 37.
Kämpfe um die Begründung der Republik.
Nach der Vertreibung der Tarquinier wurde das Königtum abge-schafft und die Regierung der Republik zweien Konsuln jedesmalauf ein Jahr übertragen. Die beiden ersten Konsuln waren Brutus undCollatrnus (der Gemahl der Lucretia). Um die Rückkehr der Tarquinierzu bewirken, entstand
1. eine Verschwörung in Rom, bei welcher Brutus seine Söhne hin-richten ließ.
3. Ein Krieg des Königs Porskna von Clusium nötigte Rom,seinen Besitz auf dem rechten Tiberufer abzutreten; — Sagen vonden Heldenthaten des Horatius Cocles und des Mucius Scävöla.— Clölia.
3. Ein Krieg der Latiner gegen Rom, in welchem die Römer unterdem Diktator (s. ß 41, 3) Posthumius am See Regillus siegten(496). Der alte Tarquinius starb zu Cumä.)
8 38.
Beginn des Kampfes der Stände; die Volkstribunen.
1. Die römische Republik stand anfänglich unter der Herrschaftder Patrizier, welche alle Staatswürden inne hatten. Aber schonbald nach ihrer Gründung begannen im Innern derselben langwierigeKämpfe der Plebejer mit den Patriziern um Gleichstellung. Siedienten dazu, die aus verschiedenen Bestandteilen erwachsene BevölkerungRoms zu einem einigen Volke zu verschmelzen und die Verfassung weiterauszubilden.
2. Die nächste Veranlassung zu diesen Kämpfen gab der harte Druck,welchen die Patrizier gegen die verschuldeten Plebejer übten. Als nacheinem Kriege die wiederholt versprochene Schuldentilgung vom Senateverweigert wurde, schritten die Plebejer zur Auswanderung auf den