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und erhielt nach dem Ablaufe seines Amtsjahres Gallien zunächst auf 5,dann auf weitere 5 Jahre als Provinz, Pompejus bekam Spanien undAfrika, Crassus Syrien. Letzterer fiel im Kampfe gegen die Parther (beiCarrhä in Mesopotamien 53), Pompejus ließ seine Provinzen durch Stell-vertreter verwalten und blieb in Rom, Cäsar führte ruhmvolle Kriegein Gallien (58—51).
Außer OsIIis. oisulpiu» (Z 45, 4) besaßen die Römer auch eine ProvinzGallien jenseit der Alpen (transalpina), den südöstlichen Teil Frankreichs(krovsucs) mit der alten griechischen Kolonie M a s s i l i a (Z 19, 2, k) — dasnicht römische Gallien von vielen Völkerschaften bewohnt — die Gallier (Kelten)tapfer, aber ohne Ausdauer, neuerungssüchtig — an der Spitze ein mächtigerAdel und der angesehene Priesterstand der Druiden — Cäsar besiegt die ausder Schweiz ausgewanderten Helvetier und zwingt sie zur Rückkehr — schlägtdie eingedrungenen Deutschen unter Ariovist unweit Vesontio (Besan^on) >bei Mülhausen — erobert in 2 Jahren ganz Gallien — geht zweimal (55 ujnd53) über den Rhein nach Deutschland — setzt zweimal nach Britast^renüber (55 und 54) — bewältigt einen allgemeinen Aufstand der Gallierunter Vercingetörix (52) und sichert dadurch die Unterwerfung Galliens —bildet sich durch diese Kämpfe ein kriegsgeübtes Heer, das ihm ganz er-geben ist.
4. Der zweite Bürgerkrieg 49—45. Pompejus, eifersüchtig aufCäsars Ruhm, bewog den Senat zu dem Beschlusse, daß Cäsar nach derEroberung Galliens sein Heer entlassen sollte. Auf seine Weigerung alsFeind des Staates erklärt, überschritt Cäsar den GrenzflußRubico („der Würfel sei geworfen!"), eroberte, da Pompejus kein Heer„aus dem Boden stampfen" konnte, ohne erheblichen Widerstand in zweiMonaten Italien, besiegte des Pompejus Heer („ohne Führer") in Spanien(bei Jlerda) und setzte dann (vom „Glücke" begleitet) nach Griechenlandüber, wohin Pompejus mit den Senatoren geflohen war. Beim erstenZusammentreffen mit diesem (bei Dyrrhachium in Jllyrien) zurückgeschlagen,gewann er gegen die feindliche Übermacht (vorzüglich durch die deutschenTruppen, die in seinem Heere dienten) die entscheidende Schlacht beiPharsälus in Thessalien 48, sodaß Pompejus nach Ägypten floh, wo erbei seiner Landung (auf Veranstaltung der Vormünder des Königs) er-mordet wurde. Cäsar, der ihm nach Ägypten gefolgt war, setzte nuns. in dem alexandrinis ch en Kriege die von ihrem Bruder ver-triebene Kleopätra als Königin von Ägypten (unter römischer Ober-hoheit) ein (47),
b. besiegte ohne Mühe („ich kam, ich sah, ich siegte") des MithridätesSohn, Pharnäces, der seines Vaters Reich wieder erobem wollte(bei Zela 47).